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Karl-Werner Broska * 31.01.1948 † 02.10.2013

Text: DGS Öffentlichkeitsarbeit und Käthi George; Fotos: DGS Archiv
Datum: 14. Oktober 2013
In tiefer Trauer hat der Deutsche Gehörlosen-Sportverband seinem Präsidenten Karl-Werner Broska am Grab des Bredstedter Friedhof die letzte Ehre erwiesen. Mit ihm verliert der Gehörlosensport einen Präsidenten, dessen Leben neben seiner Familie und seinem Beruf nur einen wichtigen Inhalt kannte - den Sport, insbesondere den Gehörlosensport - und der überall ein hohes Ansehen genoss.

Karl-Werner´s sportliche Wiege stand in Recklinghausen. Seine größten Erfolge verbuchte er im Handball, wo er mit seiner Mannschaft, dem GSV Recklinghausen, mehrmals Deutscher Gehörlosen-Meister und Vizemeister wurde. Außerdem bestritt er 6 Länderspiele in der Handball-Nationalmannschaft des DGS und war Teilnehmer an den Weltspielen der Gehörlosen 1973 in Malmö/SW.
Schon ab 1968 betätigte sich Karl-Werner ehrenamtlich in seinem Verein als Jugendbeisitzer, später als Schriftführer und als Sozialwart, 2. Vorsitzender sowie Geschäftsführer der Handball-Abteilung. So begann neben der sportlichen Betätigung sein Engagement auf ehrenamtlichem Gebiet.
Später nach Schleswig-Holstein umgezogen , wo er sein Herz an Krinke Ehlers aus dem Cecilienkoog in Reußenköge verloren hatte, fasste Karl-Werner auch hier schnell Fuß und gründete 1976 den Gehörlosen-Sportverein Husum, dessen Vorsitz er übernahm. 1982 wählten die Vertreter der Vereine ihn zum 1. Vorsitzenden des Gehörlosen-Sportverbandes Schleswig-Holstein. Dieses Amt hatte er bis zuletzt inne und wir wissen, dass er in all den Jahren immer als umsichtiger Landesvater fungierte. Sein Engagement wurde vom Landessportverband Schleswig-Holstein 1994 mit der Verleihung der Goldenen Ehrennadel und 1997 mit der Sportplakette des Landes gewürdigt.
Aber nicht nur in Schleswig-Holstein, auch über die Landesgrenzen hinaus brachte Karl-Werner seine Erfahrungen ein; angefangen in der Jugendarbeit des Deutschen Gehörlosen-Sportverbandes und der Leitung zahlreicher Seminare und Jugendfahrten.
Der Deutsche Gehörlosen-Sportverband holte ihn 1991 schließlich als Beiratsmitglied für Mitarbeiterschulung in das Präsidium und wählte ihn 1995 zum 2. Vizepräsidenten des DGS. Die Einsätze im In-und Ausland rissen nun nicht mehr ab; Karl-Werner Broska war wirklich nicht zu beneiden, wenn er als Mitarbeiter oder Delegierter an den Wochenenden immer als 1. im Zug saß und nach Beendigung der Mission der Letzte war, der im hohen Norden der Bundesrepublik zu Hause noch ein wenig Zeit für Frau und Kinder fand. Inmitten seiner Familie tankte er die Kraft, sich immer wieder neuen Aufgaben zu stellen, so auch im Jahre 2003 , als Karl-Werner Broska das Ruder des Deutschen Gehörlosen-Sportverbandes übernahm und dessen Präsident wurde.
2006 wurde Karl-Werner Broska in Kiel vom Ministerpräsidenten Harry Carstensen das Bundesverdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Somit wurde auch sein großes Engagement für den Gehörlosen-Sport entsprechend gewürdigt.
Die Wiederwahl von Karl-Werner Broska im November des vorletzten Jahres als Präsident des DGS ist ein Zeichen dafür, dass er mit seiner ruhigen, besonnenen Art und diplomatischem Geschick sowie umfangreichem Fachwissen viele Sympathien erworben hatte, nicht zu vergessen seine Erfahrung für die sozialen Belange im Gehörlosen-Verband Schleswig-Holstein und im Gehörlosenverein „Frisia „ Bredstedt.
Für seinen Einsatz auf sozialem Gebiet wurde Karl-Werner im Jahre 2012 bei den Kulturtagen in Erfurt die Karl-Wacker-Medaille des Deutschen Gehörlosen-Bundes verliehen.
Aufgrund der großen Verdienste um den Gehörlosensport im In- und Ausland verlieh der Deutsche Gehörlosen-Sportverband seinem Präsidenten Karl-Werner Broska 2008 die höchste Auszeichnung des DGS, die Heinrich-Siepmann-Sportplakette.
In Karl-Werner Broska verliert der Deutsche Gehörlosen-Sportverband einen Präsidenten, der viele Jahre einen Großteil seiner Freizeit für das Ehrenamt opferte. Auch seine schwere Erkrankung war ihm kein Hindernis, weiterhin seine Aufgaben, so gut es ging, zu erfüllen. Ohne die starke familiäre Unterstützung war dies nur schwer zu bewältigen und wir sind seiner Frau Krinke und seinen Töchtern sehr zum Dank verpflichtet für das große Verständnis und das uneigennützige Zuarbeiten; eben alles, was dazu gehört, um eine solche Aufopferung für seinen geliebten Gehörlosensport und seine Schicksalskameraden über 45 Jahre trotz der unheilbaren Krankheit fortzuführen.
Es war uns allen eine große Genugtuung, unseren Präsidenten noch im August in Sofia bei den Deaflympics in unserer Mitte gehabt zu haben und Karl-Werner als Delegierter des DGS beim Kongress des ICSD „seine“ gesamte Gehörlosen-Sportwelt um sich hatte.
Karl-Werner, du wirst uns allen sehr fehlen….
Wir werden dich nie vergessen und in unseren Herzen lebst du weiter!

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