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Schulministeriumkonferenz in Frankfurt

Text: Diana Aleksic, Fotos: Dieter Messing
Datum: 14. Oktober 2014
Fachtagung "Inklusion ist keine Illusion?"
An der Fachtagung des Schulministeriumkonferenz in Frankfurt am 22. September nahmen neben der DGS-Inklusionbeauftragten Diana Aleksic auch die aktive Sportlerin Georgina Schneid, der 1. Vorsitzender GSLV Rheinland-Pfalz Johannes Bildhauer sowie Dieter Messing als 1. Vorsitzender GLSV Hessen und die Beauftragte für DGS-Sportentwicklung, Petra Brandt, teil.

Die Teilnehmer an der Tagung
Mit dem „Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderung“ (UN-Behindertenrechtskonvention) sind die öffentlichen Institutionen und Organisationen zur Inklusion verbindlich aufgerufen. Sport ist ein wichtige
r Bereich auf dem Weg zu einer inklusiven Gesellschaft. Durch die Konvention ist der Sport vor zahlreiche Herausforderungen mit starken Auswirkungen auf das Selbstverständnis und das Angebotsprofil von Sportvereinen und Sportverbänden gestellt. Ein Umdenken ist gefordert, es sind strukturelle Voraussetzungen zu schaffen.

Tagung
Die Sportminister der Länder haben in ihrer Sitzung im September des vergangenen Jahres die Aktivitäten des organisierten Sports zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention ausdrücklich begrüßt. Über diese Aktivitäten hinaus sehen die Sportminister Handlungsbedarf in ihrem Verantwortungsbereich. Sie haben deshalb den Auftrag gegeben, eine sportbetonte „Inklusions-Fachtagung“ durchzuführen. Nach einer Präsentation von Prof. Dr. Gudrun Doll-Depper, Vizepräsidentin des DOSB, über die aktuelle Entwicklung im Inklusion und Sport wurden unter dem Motto „Inklusion ist keine Illusion?“ im Rahmen dieser Fachtagung unterschiedliche Fragestellungen zur Machbarkeit des Auftrages für die Sportorganisationen diskutiert. Im Anschluss daran ermunterte Verena Bentele, Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, mit dem Leitsatz: „Teilhabe heißt Mitmachen: Sport für alle“ zur Auseinandersetzung mit dem Thema.
Nach der allgemeinen Diskussion wurde die Tagung mit folgenden Workshops fortgesetzt.
Workshop 1 Vernetzung/Zusammenarbeit von Politik und Sport
Workshop 2 Bedürfnisse und Möglichkeiten von Menschen mit Behinderung
Workshop 3 Barrierefreiheit von Sportanlagen
Workshop 4 Strukturen und Förderung der Inklusion im Leistungssport
Workshop 2 wurde von Diana Aleksic (DGS) gemeinsam mit Kristine Gramkow (DBS) und Timo Schädler (SOD) geleitet.
Zuerst stellten die Sportler ihre Bedürfnisse und Möglichkeiten dar. Georgina Schneid als taube Leichtathletin aus München schilderte ihren Alltag und traf damit auf großes Interesse dafür, wie der normale Alltag im Leben einer tauben Sportlerin abläuft, angefangen vom Lichtwecker an bis zur Kommunikation im Arbeitsleben und Freizeit.
Zu den vier folgenden Themenbereichen „Bewusstseinsbildung, Partizipation, Barrierefreiheit und Qualifikation“ einigte man sich auf Handlungsempfehlungen für den Vortrag im Plenum, der aus Sicht der Gehörlosen von Georgina Schneid vorgetragen wurde. Entscheidende Kernaussage der Handlungsempfehlungen war, dass die Bertoffenen selber und ihre Verbände als die Kompetenzzentren in die Planung und Umsetzung aktiv mit eingebunden werden und zum Ergebnis beitragen müssen.

Tagung
Bei der anschließenden Podiumssitzung zu den Perspektiven im inklusiven Sport machte sich Prof. Dr. Gudrun Doll-Tepper noch einmal für den Gehörlosensport stark, vor allem müsse insbesondere für die Menschen im Ehrenamt des Gehörlosensports unbedingt die Kostenfrage für Dolmetschereinsätze geklärt werden.
Grundsätzlich gibt es für inklusiven Sport kein generelles Rezept, hier müssen Aufträge von oben und die Ansätze zur Umsetzung bis in die Basis nebeneinander verlaufen. Die Dachverbände müssen Inklusion im Sport auf allen Ebenen als ein Kernziel vertreten und die Vereine unterstützen. Wichtig bleiben dabei der konstante und intensive Dialog und die gleichberechtigte Gewährleistung von Unterstützung für Menschen mit und ohne Behinderung immer unter Berücksichtigung der individuellen Voraussetzungen.

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