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DGS Verbandstag 2014

Text: Peter Fiebiger, komm. Vizepräsident; Fotos:Peter Schöler, Webmaster
Datum: 20. November 2014
DGS Verbandstag beschließt Vertagung
Am 14. und 15. November 2014 fand in der Akademie des Sports des Landessportbundes Niedersachsen in Hannover der jährliche Verbandstag des Deutschen Gehörlosen-Sportverband statt. Gastgeber der Delegierten aus den 15 Landes-Sportverbänden, der Verbandsfachwarte, sowie des Präsidium des Verbandes war der Gehörlosen-Sportverband Niedersachsen. Erstmalig war auch die Presse zugelassen, was die Vertreter der Deutschen Gehörlosen-Zeitung und Life InSight gern annahmen, um direkt aus erster Hand Neuigkeiten aus dem Gehörlosensport zu erhalten.

Vorstellung von Reformen
Neben den formalen Tagungsordnungspunkten mit den Rechenschaftsberichten der Vorstandsmitglieder stand die Diskussion über die geplante Strukturreform des Verbandes, sowie der neuen Aufgabenverteilung in der Geschäftsstelle im Vordergrund. Ausgangspunkt für die notwendigen Veränderungen waren personelle Vorgaben des Bundesministeriums des Inneren, die auch mit den gestiegenen Personalkosten in den letzten 2 Jahren zusammenhingen. Das BMI finanziert zu 100% die Personalkosten des DGS. Hierüber wurden die Delegierten schon beim Verbandstag 2013 in Erfurt informiert.
Darüber hinaus musste sich der Verband dem Mitgliederschwund stellen, der auch die Förderungswürdigkeit durch den Bund in Frage stellen kann. Eine große Rolle bei der Bemessung der staatlichen Förderung spielen auch die sportlichen Erfolge. Bei den hörenden Spitzenverbänden wird sportlicher Misserfolg hart „bestraft“, in dem die Fördermittel gekürzt werden. Beispiele dazu gab es viele, z.B. bei den Olympischen Spielen in London, oder auch bei den Winterspielen in Sotchi, wo mancher Verband eine harte Bauchlandung machte.
In der August-Sendung „sehen statt hören“, wo über die heutige Situation im deutschen Gehörlosensport berichtet wurde, mahnten insbesondere bayrische Sportler und auch Verbandsfunktionäre notwendige Maßnahmen zur Leistungssteigerung und damit auch Veränderungen bei der Förderung an.

Präsident Wiencek erläutert die zu ändernden Paragraphen
In der Folge waren Maßnahmen und Vorschläge zu einer umfassenden Strukturänderung des Verbandes und auch der Besetzung in der Geschäftsstelle erarbeitet worden, die auch Anerkennung beim BMI fanden, so dass eine Fortsetzung der Förderung des Leistungssportpersonals in alter Höhe gewährleistet war. Nun galt es die Delegierten des gesamten Gehörlosensportes beim Verbandstag von der Notwendigkeit zu überzeugen.
Während die Verbandsfachwarte überwiegend die neuen Strukturen begrüßten, regte sich in einigen Landesportverbänden Widerstand zu einer umfassenden Neuordnung. Insbesondere die Delegierten des Bayrischen Gehörlosen Sportverbandes hatten nun große Vorbehalte gegen die Reform, sowie der damit verbundenen Satzungsänderung und deren Folgen. Hat man nun Angst neue Wege zu gehen, oder sträubt man sich alte Zöpfe abzuschneiden, oder war es einfach zu wenig Information die die Veränderungen transparenter machen konnten.

Abstimmung der Delegierten
Wie dem aus sei, auf Antrag der Delegierten wurde eine Forstsetzung, der bereits in einigen Paragraphen beschlossenen Satzungsänderung, abgebrochen und auf einen außerordentlichen Verbandstag der in Kürze einberufen werden muss, vertagt. Vielleicht eine Gelegenheit sich besser auf eine sinnvolle Veränderung vorzubereiten.

Die komm. und ehrenamtliche Generalsekretärin Diana Aleksic
Aber auch Lichtblicke gab es beim Verbandstag, denn die Sparte Handball des DGS sieht ihre Chance neue Spieler für den Gehörlosensport zu finden, in einer Kooperation mit dem Handballverband Niedersachsen (HVN). Norbert Hensen, der Verbandsfachwart Handball im DGS, hofft gemeinsam mit dem HVN Lehrgänge mit der Nationalmannschaft durchzuführen, aber auch den Aufbau des Handballs an den 5 niedersächsischen Schulen einzuleiten. Auch die Suche nach hörgeschädigten Handballern in den hörenden Vereinen wird dadurch einfacher. Was in Niedersachsen möglich ist, kann sich auch auf andere Bundesländer übertragen, denn dort wird ja auch Handball gespielt. Nach vielen Gesprächen mit dem Handballverband konnte nun vom Präsidenten des DGS Winfried Wiencek, dem Fachwart Norbert Hensen und dem Präsidenten des Handballverband Niedersachsen eine Kooperationsvereinbarung unterschrieben werden. Diese gilt es nun in der Folgezeit auch mit Inhalten zu füllen.

Geschafft, die Kooperation ist besiegelt. v.L. DGS Präsident Winfried Wiencek, Fachwart Handball Norber Hensen, HVN Präsident Wolfgang Ullrich und Reinhard Rawe, Direktor des LSB Niedersachsen
Dem Beispiel der Handballsparte sollten möglichst viele Fachsparten, sowie auch Landesverbände folgen. Nur so findet man Nachwuchs, Talente, oder auch schon Leistungsträger in hörenden Vereinen, die bisher keinen Kontakt zum Gehörlosensport hatten. In Niedersachsen hat man jedenfalls den Anfang gewagt.

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