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DGS-Verbandstag in Leipzig

Text: DGS Team Öffentlichkeit, Fotos: Pit Schöler
Datum: 21. November 2016
2016 – DGS Verbandstag im Zeichen des Umbruchs
In Leipzig trafen sich vom 11. bis 13. November die Delegierten der Landessportverbände mit den Spartenvertretern und dem Präsidium zu ihrem alljährlichen Verbandstag. Vor dem offiziellen Beginn des Verbandstages standen zwei Workshops zu unterschiedlichen Themen an.

Delegierte bei der Abstimmung
Im 1. Workshop stellte der DGS seine Vorbereitungen zur Entsendung einer Delegation zu den 23. Sommer-Deaflympics im türkischen Samsun im kommenden Jahr vor. Lars Neuhaus berichtete von der Inspektionsreise im Sommer des Jahres, die eine kleine Gruppe unter der Leitung des Präsidenten Wiencek unternommen hatte und die von einem Kamerateam begleitet wurde. In Filmbeiträgen und Bildern wurden die teils fertigen, aber auch noch unvollendeten Sportstätten, das deaflympische Dorf, sowie das Flair der Stadt am Schwarzen Meer gezeigt. In einem weiteren Block folgte dann die Vorstellung der Einkleidung, die mögliche Unterbringung in einem Hotel, gut gelegen zu den Sportstätten, aber außerhalb des deaflympischen Dorfes, das nicht die notwendigen Voraussetzungen für die deutschen Aktiven bietet. Die Vorbereitungen des DGS sind in vollem Gange. Gegenüber den letzten Deaflympics 2013 in Sofia informierte Präsident Wiencek über einem finanziellen Einschnitt, der Verband muss mit einem um knapp ein Drittel gekürzten Budget planen. Das bedeutet scharfe Qualifikationskriterien und sinnvolle Einsparungen. Klasse statt Masse ist die Devise für die Leistungssportverantwortlichen.
Der 2. Workshop beschäftigte sich mit der Zusammenarbeit zwischen Landessportverbänden und DGS, insbesondere im Bereich Nachwuchsförderung. Er war die Fortsetzung eines bereits im September in Köln stattgefundenen 1. Treffens der Vertreter der Ländern und des DGS, das nur sehr spärlich besucht worden war. Der Workshop sollte die Länderdelegierte verstärkt für dieses Thema sensibilisiert, neben der jetzt begonnenen Reform des deutschen Spitzensportes verlangen auch die Landessportbünde der Hörenden neue Konzepte in der Spitzensport- und Nachwuchsförderung. Die angesetzten zwei Stunden des Workshops reichten für einen regen Austausch, aber nicht für konkrete umsetzbare Ergebnisse. Für das Frühjahr 2017 wurde ein weiterer Workshop angeregt.
Nach offizieller Eröffnung des Verbandstages gab als erster der DGS Präsident, Winfried Wiencek, Erläuterungen zu seinem schon vorher verteilten schriftlichen Bericht und seinen Terminen im Jahr 2016. Ein besonders eindrucksvoller Anlass war bei der Jubiläumsfeier des Verbandes der Deutschen Automatenindustrie, der den DGS schon seit 2005 unterstützt. Anlässlich des 60. Verbandsjubiläum konnte Präsident Wiencek ca. 11.000 € als Spende entgegen nehmen.
Ein für diesen Abend irritierenden Eindruck hinterließ die PowerPoint Präsentation des Vizepräsidenten für Leistungssport, Andreas Mühlbauer-Füll bei den Anwesenden. Die Präsentation setzte sich mit der Organisation und Arbeit des Spitzensportausschusses, sowie mit den Zuständigkeiten des für den Spitzensport zuständigen Mitarbeiterstabs auseinander. Für die Delegierten der Länder ein unbekanntes Thema, Insider wie die Fachwarte konnten dem Beitrag schon besser folgen, teilweise auch widersprechen. Im Laufe des langen Vortrages kam es zu einer lebhaften Auseinandersetzung und es entstand der Eindruck, dass die Leistungssportverantwortlichen derzeit eine schwere Aufgabe zu bewältigen haben, deren Lösung nicht aufgezeigt wurde. Am nächsten Morgen, bei der Fortsetzung des Berichtes von Mühlbauer-Füll kam der Vizepräsident für Leistungssport zur Bilanz des abgelaufenen Sportjahres und zu weiteren Schritten zur Steigerung der Leistung. Dabei betonte er ausdrücklich die Erfolge einzelner Sparten und Landesverbände, vor allem aber das ehrenamtliche Engagement der Funktionäre und der SportlerInnen, eine neue Entwicklung im DGS, die an sich schon ein Erfolg ist. In der weiteren Darstellung seiner Arbeit 2016 leugnete er nicht die Probleme, die sich durch die Neustrukturierung ergeben haben, insbesondere in der Arbeit des SSA, dessen Vorsitz er führt. Es wurde deutlich, dass der DGS mit seiner neuen Konzeption zwar erste Schritte in die richtige Richtung macht, aber auch noch einiges an Hausaufgaben auf die Spitzensportverantwortlichen wartet.
Vizepräsidentin für Breitensport und Sportentwicklung, Petra Brandt, berichtete über die positive Entwicklung in ihrem Bereich. Ganz besonders freute sie sich, dass sich die Sparte Golf im vom BMI geförderten Leistungssport etabliert hat und bereits mit Weltmeistertiteln glänzen konnte.
Vizepräsident Günter Freßmann präsentierte einen sauberen und positiven Abschluss für das Jahr 2015. Entscheidend dabei waren die finanziellen Mittel, die im Rahmen der EURODEAF 2015 in Hannover generiert wurden.
Kassenprüferin Birgit Hermann-Payer bescheinigte dem Vizepräsidenten für Finanzen eine einwandfreie Buchführung. Der Vorstand wurde einstimmig entlastet. Der vorgelegte Haushaltsentwurf für 2017 wurde mehrheitlich beschlossen. Die Rechenschaftsberichte der Generalsekretärin Diana Aleksic und der Jugendvorstandes Daniel Haffke komplettierten die Berichterstattung des Präsidiums. Notwendige Nachwahlen zweier Kassenprüfer gingen reibungslos über die Bühne.
Nachfolgend wurde zu den anstehenden Satzungsänderungen, die überwiegend vom DGS Präsidium eingereicht worden waren, abgestimmt. Hierbei fanden die vorwiegend zur Umbesetzung des Spitzensportausschusses formulierten Änderungen bei den Delegierten keine Mehrheit und wurde abgelehnt. Der Antrag der dgsj, die sich eine neue Jugendordnung gegeben hatte, wurde angenommen. Die neu gegründeten Sparten Triathlon und Curling wurden formell in das Programm des Gehörlosensports des DGS aufgenommen. Als viel zu spät sahen die Delegierten den Wunsch nach Gründung eines Fördervereins an, der den Gehörlosensport als Selbsthilfe von außen unterstützen soll. Mit großer Mehrheit gaben die Anwesenden ihr Ja für weitere Vorarbeiten bis hin zur Gründungsversammlung. Hamburg bewarb sich erfolgreich als Veranstalter für den Verbandstag 2018, 2017 findet der DGS Verbandstag in München statt.
Unter dem Tagesordnungspunkt Aussprache oder Verschiedenes stellte Präsident Wiencek aus gegebenen Anlass die Vertrauensfrage. Die Frage verdiente Respekt und eine klare Antwort, die aber wegen eines Formfehlers ausblieb. So blieb es bei einem nicht ausdrücklich ausgesprochenen Vertrauen.
Fazit: Dem Verbandstag war anzumerken, dass er gut gerüstet in das Deaflympicsjahr 2017 geht, aber auch mit Fragen zum Erfolg der Mission, der für die weitere Entwicklung und Förderung des Gehörlosensports sehr wichtig ist. Unbestritten ist, dass der DGS sich mit der Entwicklung im hörenden und paralympischen Sport auseinandersetzen muss, um darin einen zukunftsorientierten Platz zu finden.

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