Leichtathletik Hallen-DM
Steffen Rosewig, DGS-Leichtatletik
Datum: 17. März 2007
29. Deutsche Gehörlosen-Leichtathletik-Hallenmeisterschaften
der Männer, Frauen, Jugend, Schülerinnen und Schüler am 03.03.2007 in der Halle-Kröllwitz, Sporthalle Brandberge
Zum 29. Mal fand die deutsche Hallenmeisterschaft der Leichtathleten in der tollen Sporthalle Brandberge statt. Es ging um wichtige Hallen-Wettkämpfe im Hinblick auf die diesjährigen Europameisterschaften, die vom 8. bis 14. Juli in Sofia / Bulgarien ausgetragen werden. Jedoch hat es nichts mit der EM-Norm (Freiluft) zu tun. Bei der Eröffnungsrede waren die Bürgermeisterin Frau Dagmar Szabados als Schirmherrin der Meisterschaft, Fachwart Steffen Rosewig sowie Präsident des Sachsen-Anhalt und Vorsitzender des GSBV Halle Holger Mende dabei.
Nur knapp 70 Teilnehmer, fast 30 weniger als im Vorjahr, waren gemeldet. Leider konnten mit Dr. Nele Alder-Baerens und dem Langstreckentalent Thomas Göpfert zwei herausragende Athleten kurzfristig wegen Krankheit und Verletztung nicht an den Start. Wie im letzten Jahr stellte der Verein GSBV Halle die größte Mannschaft.
Trotz der schwachen Beteiligung zeigten die Athleten gute Leistungen. Erfreulicherweise erzielten dabei die drei jungen Athleten Manuel Rapp (GSV München) im 800 m Lauf mit 2:03,49 min, David Marschner (HSV Wesel) im 3000 m Lauf der Männerklasse mit 9:25,23 min und auch Daniel Helmis (Berliner GSV) im 800 m und 3000 m deutsche Bestleistungen. Auch der sehr talentierte Hanjo Klimpel aus Potsdam trat zum ersten Mal bei den Männern zum Kugelstoßen an und stieß die 7,25 kg Kugel gleich 13,42 m weit, seine persönliche Bestleistung.
Zum ersten Mal fand ein 60 m-Endlauf der Männer statt. Der Lokalmatador Matthias Fischer (Halle) dominierte diesen Einzellauf und ließ der Konkurrenz keine Chance. Er erzielte dabei die sehr gute Zeit von 7,09 sec. Somit verteidigte er die Titel sowohl im 60 m als auch im 200 m Lauf. Um Platz zwei kämpften verbissen Marco Braun, Michael Warnecke, Zehnkämpfer Christoph Bischlager und Marcel Bauer. Dabei gewann der erfahrenere Marco Braun, aber die anderen zeigten ebenfalls gute Leistungen.
Im spannenden 3000 m Lauf waren Daniel Helmis, David Marschner und Neuling Valentin Schuhmann am Start. Anfangs hielten David, Daniel und Valentin gut mit. Letzterer aber fiel langsam von der Spitzengruppe zurück, die so fast unverändert bis zur letzten Runde weiterlief. Dann konnte Daniel im Spurt an allen vorbei als Erster ins Ziel einlaufen.
Der Kugelstoßen-Wettbewerb wäre beinahe wegen zu geringer Teilnehmerzahl (nur zwei Meldungen) ausgefallen, doch dann sprang glücklicherweise noch ein dritter Wettkämpfer aus Berlin ein, damit war dieser „Königklasse“-Wettbewerb gerettet. Zum Vergleich: im Vorjahr waren 14 Teilnehmer dabei!!
Überraschend hatte sich Hanjo Klimpel aus Potsdam, der bisher in der männlichen Jugendklasse A angetreten war, in der Männerklasse gemeldet. Seine sagenhafte Leistung von 13,42 m bewies eindrucksvoll die Richtigkeit dieser Entscheidung. Er gewann den Meistertitel der Männerklasse verdient.
Wie im Vorjahr verfolgten einige Zuschauer den spannenden Hochsprung-Wettbewerb der Männer. Die Zehnkämpfer Christoph Bischlager (GSV München) und Marc Kotowenko (Berliner GSV) lieferten sich ein spannendes Duell. Nach übersprungender Höhe von 1,80 m peilten beide die nächste Höhe von 1,83 an. Nur Marc schaffte diese Höhe und lief dann zur Bestform auf: Im zweiten Versuch übersprang er 1,85 m, als die Latte bei 1,87 m hing klappte es sogar im ersten Versuch! An der rekordverdächtigen Höhe von 1,89 m jedoch scheiterte er dreimal ganz knapp. Somit gewann er verdient und hat gute Chancen, für die EM nominiert zu werden.
Eine sehr schwache Beteiligung war auch eine Klasse tiefer zu sehen: Beim 60m und 800m Lauf sowie beim Kugelstoßen waren in der männlichen A-Jugend im Schnitt nur 4 Athleten vertreten.
Überraschend gewann das junge Talent Max Zellmer (HgSV Potsdam) die 60m und den Kugelstoß-Wettkampf. Im 800 m Lauf gab es einen spannenden Zweikampf zwischen Manuel Rapp (GSV München) und Daniel Helmis (Berliner GSV).
Bei der männlichen B-Jugend war die Beteiligung ebenfalls recht schwach. Nur zwei überragende Nachwuchsathleten Manuel Rapp und Florian Schlosser (GSV Kassel) waren klasse! Wie im Vorjahr gewann Florian im Weitsprung mit einer sehr guten Weite von 6,28 m, die sogar besser war als die der Männerklasse! In der Laufdisziplin 60 m war Florian wieder vorn, aber verlor im 200 m Lauf gegen Manuel.
Die geringe Beteiligung zeigte sich auch bei den A- und B-Schülern. Der Heilbronner Marcus Seeburger war im 60m Lauf und Weitsprung der verdiente Sieger der Schülerklasse A. Bei fast allen anderen Wettbewerben ereichte der 15jährige Hallenser Philipp Jaksch den ersten Platz und dreimal Platz zwei. Erstaunliche Leistungen zeigte der normalerweise zur Schülerklasse C gehörende 11jährige Alexander Biehle: Er war der schnellste im 60 m Lauf, schneller als seine 13jährigen Konkurrenten. Im Weitsprung verfehlte er den Sieg um 3 cm nur ganz knapp hinter Ricardo Scheuerer aus Wuppertal.
Mit 38 Jahren ist Elke Köster vom Berliner GSV unglaublich immer noch an der Spitze. Sie zeigte ihre beachtliche Leistungen im 60m und 200m Sprint. Doch wurde sie von junge Sprinterin aus Ludwigslust Marta Dausch im 200m Lauf bezwungen. Im Kugelstoßen der Frauen war Katja mit ihrer guten Leistung von 11,73 m nicht zu schlagen.
In der weibl. Jugendklasse B gab es im 60 m Lauf durch Disqualifikation von Favoritin Georgina Schneid aus München und Nina Wuczynski aus Bargteheide eine überraschende Siegerin Sophie Prepernau aus Potsdam. Sie gewann auch im Kugelstoßen klar. In weiteren Disziplinen Weit- und Hochsprung sowie 200m Lauf gewann Georgina Schneid die deutsche Hallenjugendmeisterschaft ganz klar.
In der Klasse der Schülerinnen A waren gut 9 Teilnehmerinnen am Start. Im 60 m Lauf gewann Jessica Urbanski aus Hagen mit guter Leistung von 8,66 sec und verwies Veronika Scheuerer aus Wuppertal auf den zweiten Platz. Im 800m Lauf lief Veronika S. im Alleingang konkurrenzlos ins Ziel und erzielte gute Leistung von 2:36,05 min. Diese gewann auch sogar im Weitsprung. Im Kugelstoßen erzielte Felicitas Merker aus Leverkusen ihre persönliche Bestleistung von 9,31 m und gewann somit die Meisterschaft. Ebenso im Hochsprung.
Im Großen und Ganzen lief diese Meisterschaft sehr pünktlich ab. Es gab keine Zeitverschiebungen und der Wettkampf wurde dem Zeitplan entsprechende beendet. Die Kampfrichter und die Helfer des Ausrichter GSBV Halle wurden mit einem großen Lob verabschiedet. Es lief alles reibungslos ab.
Zum Abend wurden 12 Ehrenpreise an die besten Sportler des Tages im kleinen Saal des Kleingartenvereins vergeben. Manuel Rapp (GSV München) erhielt für seine besonderen Leistungen im 800 m Lauf mit 2:03,49 min einen Ehrenpreis, er stellte damit in der männlichen B-Jugend eine Hallenbestleistung auf. Ebenso erhielt David Marschner (HSV Wesel) den Pokal für seine Bestleistung im 3000 m Lauf mit 9.25,23 min. Weitere Ehrenpokale erhielten die herausragenden Athleten ( Marta Dausch - Frauenklasse; Matthias Fischer – Männerklasse; Daniela Kraus – Weibl. Jugend A; Sophie Prepernau – weibl. Jugd. B; Veronika Scheuerer – Schülerinnen A; Marcus Seeburger – Schüler A; Mario Glaß und Alexander Biehle –Schüler B; Männerstaffelmannschaft GSV München; Weibl. Jugendmannschaft GSBV Halle).
Die nächsten Deutschen Gehörlosen-Meisterschaften finden am 1./2. Juni 2007 in Berlin statt. Für Schüler gibt es die Deutsche Gehörlosen-Schüler¬meisterschaften, die am 23. Juni 2007 wieder in Halle / Saale stattfinden. Diese Schüler-Veranstaltung wird zum ersten Mal zusammen mit hörenden Teilnahmern ausgetragen (Bezirkmeisterschaften mit etwa 300 TeilnehmerInnen).
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