Symposium zur Reform des Weltgehörlosensports
Karl-Werner Broska, DGS-Präsident
Datum: 28. Juni 2007
Symposium zur Reform des Weltgehörlosensports
vielleicht staunt Ihr über die Überschrift. Der Weltgehörlosensportverband (engl. International Committee of Sports for the Deaf = ICSD bzw. franz. Comitè International des Sports des Sourds = CISS) beabsichtigt in einem Symposium über die Bezeichnung International Deaflympic Committee (IDC) zu diskutieren.
Rückblick:
Beim 40. ICSD Kongress am 1./2. Februar 2007 in Salt Lake City, Utah (USA) wurde über die Änderung der Bezeichnung ICSD/CISS in IDC diskutiert. Als man sich nicht einig wurde, lud deshalb das Exekutive Komitee des ICSD zu einer Ad-hoc-Kommissionssitzung nach Zagreb/Kroatien ein, um über das Projekt zur weltweiten Strukturreform des Gehörlosensports zu diskutieren.
Das Symposium – wissenschaftliche Tagung – findet vom 5.-7. Juli 2007 in Zagreb statt. Zwei Vertreter vom DGS werden daran teilnehmen.
Die Teilnehmer des Symposiums haben die Möglichkeit ihre Ideen und Vorstellungen zur Änderungen in der Organisationsstruktur und zu den einzelnen Funktionen von Untergruppen innerhalb des ICSD einzubringen.
Ziel des Symposiums ist es, dass in der allgemeinen Öffentlichkeit mehr bekannt wird, dass die Organisationen wie beispielsweise Internationales Olympisches Komitee (IOC), Internationales Paralympisches Komitee (IPC) und Internationales Deaflympisches Komitee (IDC) von ähnlicher Ausrichtung und Art sind. Die Funktion des Dachverbandes der Gehörlosen IDC soll aufgrund des Beschlusses beim 39. Kongress in Melbourne/Australien beibehalten werden. Es sollte also die Entwicklung der olympischen Bewegung unter gehörlosen Sportlern beibehalten werden. Das bedeutet, dass IDC nur die Deaflympics kontrolliert, da der Wechsel alle zwei Jahre von Winter- auf Sommerdeaflympics eine große Belastung für das Komitee und seiner Mitarbeiter bedeutet.
Es ist wünschenswert, dass die Nationalen Deaflympischen Komitees die Mitgliedsorganisationen des ICSD selber sind. In einigen Ländern sind sie bereits etabliert, jedoch ist ihre Anzahl noch gering z.B. Russische Deaflympische Komitee, das Schwedische Deaflympische Komitee, das Slowakische Deaflympische Komitee, das Chinesische Deaflympische Komitee, das Kroatische Deaflympische Komitee. Es ist notwendig, dass diese Komitees in den einzelnen Ländern der Welt etabliert werden und dass sie reguläre Mitglieder des IDC werden. Ziel ist die Bildung der notwendigen finanziellen Grundlagen und Durchführung aller internationalen Sportwettkämpfe. Die aufgebrachten finanziellen Mittel der Sponsoring-Partner sollten auf drei Bereichen verteilt werden und hier der Hauptsponsor sein: Deaflympics, Internationaler Sport und Kinder- und Jugendsport. Das Slowakische Deaflympische Komitee bietet hierfür einen Standort in der Landeshauptstadt Bratislava an.
An diesem Standort würden lukrative Räumlichkeiten mit sehr viel Platz zur Verfügung stehen und das Slowakische Deaflympische Komitee würde auch die Kosten für die Einstellung von zwei Mitarbeitern für das IDC tragen.
Der weltweite Sport steht unter dem Dach des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Sportler mit einer Körperbehinderung sind global organisiert: Internationales Paralympisches Komitee (IPC). Im Hinblick auf eine gleichwertige Position des IPC und ICSD sollte die Bezeichnung ICSD in IDC geändert werden, so die Kommission beim Entwurfsprojekt.
Offensichtlich gibt es in jedem Land spezielle Bedingungen, die zur Lösung dieses Problems berücksichtigt werden müssen. Für die Länder in Mittel- und Osteuropa, in denen immer noch ernsthafte soziale Veränderungen stattfinden, könnte dies von großer Bedeutung sein. Der DGS bzw. der Gehörlosensport in Deutschland wird z.B. vom BMI gefördert und unsere Kaderathleten erhalten eine Förderung von der Sporthilfe. Weitere Förderungsmöglichkeiten und auch Sponsoren zu gewinnen würde bei uns erfahrungsgemäß nur erschwert möglich sein.

Karl-Werner Broska, Präsident
Deutscher Gehörlosen-Sportverband
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