100 Jahre GSV Leipzig
Karl-Werner Broska, DGS-Präsident
Datum: 07. November 2007
100 Jahre GSV Leipzig
Am 2. November 2007 feierte der Gehörlosen-Sportverein Leipzig sein 100jähriges Vereinsbestehen. Schon früh kamen die Mitglieder und Gäste aus Politik, Wirtschaft und Sport ins Sportzentrum der August-Bebel-Kampfbahn. Der 1. Vorsitzende des GSV Leipzig Eberhard Gaitzsch eröffnete die Feier und begrüßte alle Anwesenden, besonders den oder die Vertreter der Stadt Leipzig, des Deutschen Gehörlosen-Sportverbandes, des Landessportbundes Sachsen, des Gehörlosen-Sportverbandes Sachsen und des Stadtverbandes der Hörgeschädigten Leipzig. Bei seiner Festansprache dankte er dem Gründer und Oberturnwart Albert Winkler, genannt „Papa“ Winkler, und anderen für die Gründung des Taubstummen-Turnvereins Leipzig. Der Verein wurde genau heute vor 100 Jahren gegründet. Die Gründer hatten das Ziel, Geselligkeit, Turnen, Wandern und Kegeln zu pflegen. Der GSV Leipzig sieht immer noch seine Wurzeln im Taubstummen-Turnverein Leipzig und hat dessen Tradition nach der Wende 1990 wieder aufleben lassen. Die Zeit nach dem 2. Weltkrieg haben einige ältere Mitglieder der nachgewachsenen Generation noch in guter Erinnerung. Der Leipziger Turn- und Sportverein wurde aufgelöst, die Sportler organisierten sich zunächst im kommunalen Sport, ab 1948 in verschiedenen Betriebssportgemeinschaften. Insgesamt gesagt, „die Gehörlosen fanden innerhalb des DTSB der DDR gute Bedingungen für das Sporttreiben vor und wurden gut unterstützt“, so Vorsitzender Gaitzsch. Nachteile der Zersplitterung konnten durch das Wirken der Bezirksorganisation Leipzig einigermaßen ausgeglichen werden.
Im Ergebnis des Anschlusses der DDR an die Bundesrepublik Deutschland war es dann erforderlich, den Gehörlosensport in Leipzig der Struktur des Landessportbundes bzw. des Deutschen Sportbundes anzupassen und neu zu organisieren. Mit der Wiedergründung des GSV Leipzig 1907 am 12. Juli 1990, wurde eine Erkenntnis aus der Geschichte des Gehörlosensports verwirklicht: Immer mehr und kleinere Vereine warfen Fragen nach Beiträgen auf und vieles mehr.
Der GSV Leipzig hat Kräfte und Mittel gebündelt und mit seinen Partnern Schritt für Schritt in den 17 Jahren seine Sportanlage rekonstruiert und erweitert. Man erinnert sich an die alte Kohleheizung, die nur noch für Warmwasserbereitung zum Duschen zugelassen war. Durch die Umstellung dieser Heizung von Kohle auf Flüssiggas, konnte ein Kraft- und ein Billardraum errichtet werden. Einbau einer Sauna, Rekonstruktion der Turnhalle, Wiedereröffnung des Sportlerkasinos (für den Verein ein wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb). Bau eines Brunnens für die Tennisplätze, Beleuchtung des Hartplatzes und der Rasenfläche, Rekonstruktion der Kanu und der Tennisunterkünfte. Heute können die Sportfreunde mit Stolz sagen, dass die August-Bebel-Kampfbahn zur Heimstatt des GSV Leipzig geworden ist. Hier ist neben der Samuel-Heinicke-Schule (wo die Abteilung Schulsportjugend trainiert) das sportliche Zentrum des GSV Leipzig. Das Begegnungszentrum „Haus ohne Barrieren“ ist das gesellschaftliche Zentrum des geselligen Lebens von GSV Leipzig, fuhr der 1. Vorsitzende Gaitzsch fort.
Vorsitzender Gaitzsch verwies auf beachtliche Ergebnisse in der sozialen Betreuung seiner Mitglieder und Mitarbeiter. Durch ABM und andere Maßnahmen wurde ein möglicher Abstieg in die Sozialhilfe für einige hörgeschädigte Mitarbeiter verhindert. Die Verständigung und Zusammenarbeit mit Hörenden funktioniert recht gut. Das Leben auf der Sportanlage ist ein Beispiel für die Integration behinderter Menschen.
Vorsitzender Gaitzsch bedankte sich besonderes bei Frank Brewig, dem heute vom Präsidenten des Deutschen Gehörlosen-Sportverband die Heinrich Siepmann-Sportplakette verliehen wurde. Frank Brewig ist sozusagen der Motor des GSV Leipzig. Er ist auch Initiator und Organisator der Wiedergründung. Ohne die Ideen und Beharrlichkeit von Frank Brewig wäre der GSV Leipzig nicht so weit gekommen.
Vorsitzender Gaitzsch bedankte sich für die verlässliche Zusammenarbeit mit den Geschäftspartnern sowie für Geld- und Sachspenden anlässlich des Jubiläums bei der Sparkasse Leipzig, den Stadtwerken Leipzig, dem Getränkehandel Sornzig, der Lichtenauer Mineralquelle, der Erdinger Weißbräu und dem Flughafen Leipzig/Halle sowie beim Fleischermeister Sömisch.
Bemerkung vom DGS-Präsidenten zu Eberhard Gaitzsch:
Der sympathische Eberhard Gaitzsch kommt aus dem Wassersport und war ein Internationaler. Er nahm in den 60er Jahren für die Nationalmannschaft der DDR an den Länderkämpfen sowohl im Schwimmen als auch im Wasserball teil.
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