Alpencup
Philipp Eisenmann
Datum: 21. Mai 2007
Gehörlosen Bergfreunde München zum dritten Mal Gewinner des Alpencup
Der Ski Vereins-Alpencup ist eine Ski-Rennserie für Gehörlose aus dem Alpenraum, sowie aus der ganzen Welt. Vergleichsweise ist er wie der Weltcup oder Europacup bei den Hörenden. Die Idee für diese Rennserie entstand im Jahre 1996 bei der Europameisterschaft in Sundsvall-Schweden.
In jedem Jahr werden in 3 Austragungsorten je 2 Rennen durchgeführt, macht 6 Rennen pro Jahr. Es gibt genaue Regeln und Bestimmungen. Punkte werden wie im Weltcupmodus vergeben. Das 1. Rennen fand im Jahre 1997 in Brixen in Südtirol (ITA) statt. Die Rennserie wurde immer beliebter, pro Rennen kamen jetzt schon durchschnittlich 60 Teilnehmer aus Österreich, Italien, Deutschland, Schweiz, Frankreich, Tschechien, Slowakei, Slowenien und Holland. Der Ski-Alpencup für Gehörlose, der mittlerweile Deaf-Alpencup genannt wird, ist nun fester Bestandteil in vielen Ländern. Man misst sich mit der Konkurrenz und der Alpencup dient auch vielen Ländern als Qualifikation für die Deaflympic und Europameisterschaft.
Wegen den Winter-Deaflympics 2007 in Salt Lake City, gab es in diesem Jahr nur zwei Alpencup-Veranstaltungen; eine in Weinebene (Austria) mit 2 Rennen und die Abschlussrennen in Gröden (Südtirol) mit 3 Wettbewerben.
Bei den Damen war deutlich zu sehen, dass die bisher so dominierende Frau Petra Kurkova (Tschechien) starke Konkurrenz bekommt – überraschenderweise aus dem eigenen Land. Es kam vor, dass das Damenpodest ausschließlich mit tschechischen Damen besetzt war. Dabei hat die neue Superfahrerin Tereza Kmochova (Tschechien) diesmal nur ein Alpencup-Rennen mitgemacht.
In der Gesamtwertung bei den Damen gewann wie immer Petra Kurkova, die übrigens noch nie ein Alpencup-Rennen verloren hat. Alle hoffen aber, dass sich das im nächsten Jahr ändert, sonst wird es zu langweilig. Gute Damen sind auf jeden Fall da! Platz 2 ging an die starke Van Dis, die zu jedem Rennen 10 Stunden fahren muss, weil sie so weit weg wohnt. Den 3. Rang erreichte die Tschechin Michaela Mejstrikova, die ebenfalls sehr stark wurde in dieser Saison. Bei unseren Damen kam Nadja Vonthein auf Rang 7 und Britta Schnalzger auf Rang 8. Tina Fuchs erreichte Platz 11 und Monika Lackerbauer Platz 17. Dafür sind die Bergfreunde bei den meisten Teilnahmen Spitze: Tina Fuchs nahm in der 10jährigen Geschichte des Alpencups bereits an 57 von 62 Rennen teil und liegt damit ganz vorne!
Bei den Herren war der eindeutig dominierende Fahrer diesmal Philipp Perchtold (Austria), der somit Alpencup-Gesamtsieger wurde und unseren Titelverteidiger Matthias Becherer ablöste. Matthias Becherer konnte seinen Titel in der Gesamtwertung trotz 2 Siegen nicht verteidigen. Zwei Ausfälle bei nur 5 Rennen war einfach zuviel. Respekt, dass er immer noch auf Platz 2 hinter Perchtold kam. Ohne die Ausfälle wäre es sicher spannend geworden. Platz 3 ging wiederum an den slovakischen Slalomspezialisten Martin Legutky. Die Bergfreunde waren sehr stark: Auf Platz 5 Philipp Eisenmann, dann Thomas Meiler auf Platz 7 und Werner Locher auf Platz 10. Simon Glatt kam in der Gesamtwertung schon auf Platz 17 und Michael Glatt knapp dahinter auf Platz 20.
Bei dieser starken Truppe war es kein Wunder, dass die Gehörlosen Bergfreunde München nunmehr zum dritten Mal in 10 Jahren die Vereinswertung aller Mannschaften für sich entscheiden konnten.
Ab der kommenden Saison wird das Event nicht mehr Alpencup heißen, sondern Deaf-Europacup. Damit soll die Rennserie aufgewertet und noch interessanter für Sponsoren und Rennläufer werden.
Weitere Einzelheiten, Ergebnisse und Bilder können Sie auf der Seite der Gehörlosen Bergfreunde München unter www.gbf-muenchen.de einsehen.
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