EuroDeaf 2015 GER - SWE
Text: Reinhard Brandt, Fotos: Peter Schöler/Anton Schneid
Datum: 14. Juni 2015
2:0 gegen Schweden – souveräner Auftakt für deutsche Elf
Es ist eine Phrase aber trotzdem wahr: Auftaktsiege sind bei internationalen Fußballturnieren von enormer Wichtigkeit! Insofern hat die deutsche Gehörlosen-Fußballnationalmannschaft am heutigen Eröffnungstag der Fußball-EM der Gehörlosen durch einen letztlich ungefährdeten 2:0 Sieg gegen Schweden den Grundstein für einen erfolgreichen Turnierverlauf gelegt.
Benjamin Christ köpft das 1:0 für Deutschland
Von Anfang an dominierte die deutsche Elf das Spiel. Angetrieben von den sehr ballsicheren Sechsern Saighani und Zapf setzte sie sich in der Hälfte der Schweden fest. So erspielte sie sich bereits in der 3. Minute nach schönem Pass von Andreas Fischer die erste Torchance, doch Robin Bayer schoss den Ball knapp am Tor vorbei. 3 Ecken in den ersten 7 Spielminuten brachten keinen zählbaren Erfolg. Die Schweden erwiesen sich als in der Defensive starker Gegner und verlegten sich im Spiel nach vorne auf Konter, bei denen ihre einzige echte Sturmspitze Romel Belcher gegen die sicher agierende deutsche Dreierkette auf sich allein gestellt keine große Gefahr für das deutsche Tor ausstrahlte.
Das Manko der Deutschen bestand darin, trotz drückender Überlegenheit keine wirklichen Chancen herauszuspielen. So dauerte es bis zur 27 Minute bis sich Benjamin Christ nach einer Ecke von Andre Zapf gegen drei schwedische Verteidiger durchsetzte und per Kopf das verdiente 1:0 für Deutschland erzielte. Taktisch änderte sich auch nach dem deutschen Führungstreffer nicht viel. Der deutsche Torwart Christian Bölker blieb praktisch beschäftigungslos bis es in der letzten Spielminute der ersten Halbzeit zur einer Schrecksekunde kam: Nach einem indirekten Freistoß prallen der schwedische Kapitän Nabil Tebibel und Christian Bölker zusammen, der Ball liegt im Tor, es herrscht Verwirrung. Letztlich können die Deutschen aufatmen, der vermeintliche Treffer wird aufgrund einer Abseitsstellung des Schweden nicht gegeben.
Zu Beginn der zweiten Hälfte machte Deutschland da weiter, wo es in Hälfte Eins aufgehört hatte. Technisch versiertes, schnelles, sicheres Passspiel nach vorne, trotzdem kaum große Chancen, da der finale Pass sein Ziel nicht erreichte. Die Schweden spielten nun etwas mutiger mit zwei Spitzen, wirklich gefährlich waren sie jedoch nicht.
So dauerte es bis zur 80. Minute als erneut Benjamin Christ für die endgültige Entscheidung sorgte. Nach einer Ecke kommt der Ball nach einem Kopfball zu ihm, Christ nimmt ihn mit der Brust an und vollendet mit einem sehenswerten Drehschuss zum 2:0.
Deutschland kann den kommenden Spielen mit Zuversicht entgegensehen. Die erstmalig in einem großen Turnier formierte Dreierkette erwies sich als sehr sicher, der Spielaufbau – praktisch kein Ball wurde planlos nach vorne gedroschen, stattdessen war man immer um eine technische Lösung bemüht – verlief schnell und sicher, die Chancenverwertung war gut. Einzige Schwäche: Trotz klarer Dominanz wurden zu wenig wirkliche Chancen erspielt, da der entscheidende Pass nur selten sein Ziel erreichte.
Schweden erwies sich insbesondere defensiv als starker Gegner. Diese Mannschaft hat ein extrem geringes Durchschnittsalter von nur 19 Jahren. Jüngster Spieler ist der erst 14-jährige Dennis Koss! Die EM in Deutschland betrachtet man als Durchgangsstation, bei der die jungen Spieler Erfahrungen sammeln sollen.
Das zweite Gruppenspiel der deutschen Mannschaft findet am kommenden Mittwoch, 17. Juni um 19 Uhr im Erika-Fisch Stadion statt. Sie trifft dann auf einen großen Namen, dessen Erfolge jedoch schon etwas länger zurückliegen. Mit einem Sieg gegen Italien soll dann der Einzug ins Viertelfinale der EM im eigenen Land klar gemacht werden.
Die Aufstellungen:
Deutschland: Bölker; Jukovskiy, M. Christ, Fischer; Heckenberger (82. Tola), Saighani, Zapf, K. Bayer; Berg; R. Bayer (88. Markolf), B. Christ (86. Kralani)
Schweden: Novak; A. Neverland, Tebibel, Delin, Stojilkovic; Nyman, Israelsson (57. Sabotic), Rasinaho; Koss (46. A. Neverland); Essa (74. Teclemariam), Belcher
Zuschauer: 1 500
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