EuroDeaf 2015
Text: Reinhard Brandt, Fotos: A.Schneid/P.Schöler
Datum: 18. Juni 2015
4:1 gegen Polen – perfekter Auftakt für das Frauenteam des DGS
Seit heute rollt der Ball bei der EuroDeaf 2015 auch für die Frauen. Im Eröffnungsspiel traf Deutschland dabei auf Polen und sorgte mit einem klaren Sieg für ein erstes Highlight. Vor Turnierbeginn wusste man die Stärke des neu formierten DGS-Frauenteams nicht so recht einzuschätzen. Der Sieg zum Auftakt dürfte das Selbstbewusstsein der deutschen Frauen stärken. Eine Medaille bei dieser EM scheint drin zu sein.
Matchwinnerin Melissa Gracic beim 1:0
Deutschland startete sehr nervös in dieses erste EM-Spiel im eigenen Land, die ersten Chancen hatten die Polinnen. Ging der Schuss von Marta Kaczmarczyk in der 8. Minute noch knapp vorbei, machte es Agnieszka Bockowska nur zwei Minuten später besser und erzielte mit einer nicht unhaltbar erscheinenden Bogenlampe aus mehr als 20 Metern die polnische Führung. Die DGS-Frauen ließen sich durch den frühen Rückstand nicht beeindrucken und glichen bereits in der 16. Spielminute mit einem schönen Kopfball von Melissa Gracic nach Flanke von Stefanie Krausen aus. In den ersten 20 Minuten sahen die Zuschauer ein ausgeglichenes Spiel, dann konnte Deutschland zumeist angetrieben durch Laura Möller und Laura Bovermann nach und nach die Oberhand gewinnen. Folgerichtig war es dann auch Möller, die mit einem Traumpass auf der rechten Seite Luise Broedner auf die Reise schickte, die die herauseilende Polnische Torfrau Kopinska gekonnt umspielte und in Minute 24 aus spitzem Winkel den deutschen Führungstreffer erzielte. Wenig später hatte Laura Möller dann selbst eine gute Chance, ihr Schuss ging jedoch knapp vorbei. Eine weitere gute Möglichkeit für Deutschland hatte dann Claire Alfes, deren schönen Schuss Julia Kopinska mit einer Glanzparade entschärfen konnte. Gemessen an Chancen und Spielanteilen ging die 2:1 Führung des DGS-Teams zur Halbzeit in Ordnung.
Torfrau Gebhard rettet gegen M. Kaczmarczyk
In der 51. Minute fällt dann die Vorentscheidung. Nach einem indirekten Freistoß von Bovermann vollstreckt erneut Gracic zum 3:1. In der Folgezeit haben die Polinnen nach und nach deutlich mehr vom Spiel. Die aus für den Außenstehenden unverständlichen Gründen erst zur zweiten Halbzeit eingewechselte Katarzyna Rosolowska sorgte gleich in mehreren Spielsituation für Gefahr, setzte sich z.B. in der 62. Minute nach einem Steilpass schön durch, traf dann mit ihren Heber aber nur die Latte. Die Polinnen kamen zu weiteren guten Chancen und gaben der deutschen Torfrau Christina Gebhard, die beim 0:1 etwas unglücklich ausgesehen hatte, mehrfach Gelegenheit, sich auszuzeichnen. Diese klärt z.B. in Minute 74 gegen die allein auf sie zu stürmende A. Kaczmarczyk. Vier Minuten später beweist Gebhard erneut ihren guten Blick für die Situation, als sie den Strafraum verlässt und in einer Eins gegen Eins Situation gegen Rosolowska klären kann.
Erst in der Schlussphase sah man vielversprechende Entlastungsangriffe der Deutschen. In der 84. Minute verfehlt Gracic nach Flanke von Krausen noch knapp, doch kurz vor Schluss wird sie dann endgültig zur Matchwinnerin als sie eine schöne Hereingabe von Claire Alfes erneut per Kopf zum 4:1 Endstand verwandelt. Ob die deutschen Frauen den Rückstand auf EM-Favorit Russland wirklich verkürzt haben, wird man erst sehen, wenn beide Mannschaften aufeinander treffen. Nach der Leistung von heute kann man aber durchaus optimistisch sein, dass sie die EM auf einem Medaillenrang beenden.
Die Aufstellungen:
Deutschland: Gebhard; Krausen, Rerich (82. Müller), Alkan, Alfes; Schlindwein (53. Horsthemke), Möller; Broedner, Gracic, Bovermann; Dankworth (46. Öfele)
Polen: Kopinska, B. Kaczmarczyk, Kupisz-Jacyna, J. Kaczmarczyk, Margiewicz (86. Zalewska), Althoff, Siwek, Bockowska, M. Kaczmarczyk, Dampc (61. Kultys), Wojtkiewiecz (46. Rosolowska)
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