EuroDeaf 2015
Text: Reinhardt Brandt, Fotos: P.Schöler
Datum: 24. Juni 2015
Russland – Großbritannien 4:0
Wie erwartet: Russische Frauen erreichen das Finale
Halbfinaltag der Frauen-EM im Stadion HSC zu Hannover. In der ersten Begegnung traf mit Russland der haushohe Favorit auf den krassen Außenseiter Großbritannien. Es kam auch zum Favoritensieg, aber die Russinnen taten sich dabei schwerer als im mit 11:0 gewonnenen Gruppenspiel.
Rachel Mallard bringt russische Angreiferinnen zur Verzweiflung
Von Anfang an dominierte Russland das Spiel ganz eindeutig. Die Britinnen kamen lediglich einmal gefährlich vors russische Tor als Toal in der 10. Minute knapp verzog. Anders die Russinnen, Chancen groß an Zahl, aber deren Verwertung klappte ein ums andere Mal nicht, was vor allem an der großartig haltenden Rachel Mallard lag. So dauerte es bis zur 35. Minute bis Iuliia Kozhemiakina nach zwei Abprallern den Ball dann endlich zur Führung ins Tor bugsieren konnte. 3 Minuten vor dem Halbzeitpfiff erhöhte Tatiana Bolshakova auf 2:0.
In der zweiten Hälfte zeigte sich das gleiche Bild. Großbritannien versuchte durch einen Abwehrriegel von zumeist 9 Spielerinnen ein Debakel zu verhindern, die einzige Stürmerin war bei den wenigen Konterversuchen chancenlos auf sich allein gestellt. Russland klar überlegen, erarbeitete sich viele Chancen, von denen Rachel Mallard einen Großteil durch großartige Paraden vereitelte. So vielen nur noch zwei russische Tore durch Nazina (53.) und erneut Kozhemiakina (90.) zum 4:0 Endstand. Mit Russland stand somit der erste, erwartete Finalist fest.
Deutschland – Polen 1:0 nach Verlängerung
Deutsche Frauen im Finale in der HDI-Arena!
Es dauerte zwar 120 Minuten, aber am Ende war es doch geschafft. Die deutsche Gehörlosen-Fußballnationalmannschaft zog durch ein hart umkämpftes 1:0 ins EM-Finale am kommenden Samstag in der HDI-Arena ein.
Melissa Gracic schießt Deutschland ins EM-Finale
Von Anfang an und während der gesamten ersten Halbzeit sahen die Zuschauer ein ausgeglichenes Spiel mit wenig, wenn dann aber guten Chancen. Beiden Mannschaften merkte man die Bedeutung des Spiels an, beide konzentrierten sich mehr darauf, keine Fehler zu machen, als mit Risiko nach vorne zu spielen. Auf polnischer Seite ist immer wieder Marta Kaczmarczyk zu nennen, die für Gefahr vor dem deutschen Tor sorgte, auf deutscher Seite ging die größte Gefahr von Melissa Gracic und Laura Bovermann aus.
Auch in der zweiten Hälfte sah man ein ausgeglichenes Spiel bei dem Sicherheit groß, Risiko im Angriff klein geschrieben wurde. Beide Mannschaften kombinierten gut bis zur jeweils anderen Strafraumgrenze und blieben dann meist hängen. Entscheidende Akzente setzten beide Teams nicht.
So ging es beim Stand von 0:0 in die Verlängerung. In der 93. Minute die erste wirklich gute Chance für Polen seit langem. Bockowska kommt frei zum Schuss, die deutsche Torfrau Nina Kokoschka hält aber sicher. Dann die erste Großchance in der Verlängerung für Deutschland, Elfmeter! Laura Möller schoss halbhoch aber Kopinska hielt. Kurz danach stand Melissa Gracic allein vor dem polnischen Tor, Kopinska konnte abermals abwehren. In der 116. Minute dann doch der ersehnte Führungs- und letzten Endes auch Siegtreffer. Melissa Gracic kam im Mittelfeld an den Ball und startete unerreichbar für die polnischen Abwehrspielerinnen durch. Diese schöne Aktion abschließend schob sie den Ball elegant durch die Beine der polnischen Torfrau.
Mit etwas Glück aber nicht unverdient haben die DGS-Fußballfrauen das Finale erreicht. Dort treffen sie am kommenden Samstag um13 Uhr in der HDI-Arena auf den großen Favoriten Russland. Sie können ganz unbelastet aufspielen, haben sie doch schon das erreicht was machbar war. Russland ist der große Favorit, Deutschland nur Außenseiter. Mal sehen, ob nicht vielleicht doch eine Überraschung möglich ist.
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