1. Tennis Weltmeisterschaften der Gehörlosen 19. – 26.07.2015 in Nottingham/GBR
Text: Peter Fiebiger, Vizepräsident Öffentlichkeitsarbeit, Fotos: Peter Fiebiger, Johannes Bildhauer
Datum: 23. Juli 2015
Garbor Mathe (1) (HUN) vs. Urs Breitenberger (6) (GER) 6 - 2, 6 - 4
Wieder eine Niederlage gegen den Weltranglistenersten leistete sich Urs Breitenberger. Endlich mal aggressiv aufspielen sollte er, so der Ratschlag von Trainer Krieg, was Breitenberger auch die ersten Spiele des 1. Satzes beherzigte. Anstatt ruhig weiter zuspielen, agierte der Deutsche übermotiviert und verlor prompt seinen Aufschlag. Es folgten weiter viele Fehler, Breitenberger schien den 1. Satz abgehakt zu haben. Der 2. Satz zeigte einen ganz anderen Breitenberger, der auf einmal begann mitzuspielen. Die Zuschauer sahen schöne, lange Ballwechsel, doch der Ungar hatte immer ein wenig den besseren Schlag. Mal abgesehen vom Rest des 1. Satzes war es ein gleichwertiges Match mit Vorteilen für Mathe. Hier wäre heute mehr drin gewesen.
Konnte heute nicht Paroli bieten, Urs Breitenberger
Sebastian Schäffer (7) (GER) vs. Mikael Laurent (2) (FRA) 5 - 7, 1 - 6
Auch für Sebastian Schäffer kam das Aus im Herren-Einzel gegen den Franzosen Laurent, doch wer gedacht hatte Schäffer hätte es dem Altmeister leicht gemacht, der hatte sich getäuscht. Der 1. Satz war vollkommen ausgeglichen. Laurent tat sich schwer mit dem variablen Spiel von Schäffer, brachte zwar immer wieder mit seinen gefürchteten Aufschlägen sein Spiel durch, aber wenn der Deutsche returnieren konnte, dann hatte Laurent das Nachsehen. Im 9. Spiel verlor Schäffer sein Aufschlagspiel, der Franzose zog auf 5-4 davon und hatte bei 40-15, sogar 2 Satzbälle. Doch nervenstark holte Schäffer die nächsten Punkte und glich zum 5-5 aus. Das bessere Ende hatte dann doch Laurent, der weniger Probleme mit dem starken Wind hatte.
Im 2. Satz ging dann zu Beginn alles sehr schnell. Der Franzose führte schnell mit 3-0, doch dann hatte sich Schäffer gefangen und spielte wieder munter mit. Die letzten Spiele waren dann wieder sehr eng mit den Big Points für den Franzosen. Trotzdem gab es Lob von Trainer Vonthein: „Sebi hat sehr mutig gespielt und gezeigt, dass er mit den Großen mithalten kann. Eine klare Steigerung zum letzten Vergleich zwischen den beiden.
Sebastian Schäffer brachte Mikael Laurent manchmal zur Verzweiflung
Heike Albrecht (1) (GER) vs. Jana Janosikova (SVK) 6 - 1, 6 - 2
Wieder eine klare Angelegenheit und eine Runde weiter für Heike Albrecht. Auch die junge Slowakin konnte die Weltranglistenerste nicht stoppen. Die harten Aufschläge und Passierbälle brachten die Slowakin schier zur Verzweiflung, obwohl sie selbst gar nicht schlecht spielte. Die wenigen Spiele die Albrecht abgeben musste, nahm sie mit Fassung und immer ein Lächeln im Gesicht. In Verlauf des Turnieres ist sie jedenfalls noch nicht gefordert worden. Das kann im nächsten Spiel ganz anders werden, denn sie trifft auf die Amerikanerin Emily Hangstefer. Eine ausgesprochen Hartplatzspezialistin.
Heike Albrecht hat für die Gegnerinnen immer ein Lächeln übrig
Vincent Novelli/Marine Beney (FRA) vs Sebastian Schäffer/Verena Fleckenstein (2) (GER) 6 - 1, 3 - 6, 5 - 10 (Champions Tiebreak)
Fast eine Kopie des gestrigen Mixed gegen die Amerikaner Kirk/Wu, das glücklich mit dem Champions Tiebreak zu Gunsten der Deutschen entschieden wurde. Wieder musst der Champions Tiebreak die Entscheidung bringen.
Voraus gegangen war ein spannendes Spiel, das genau wie gestern 2 Gesichter hatte. Die Franzosen Vincent Novelli und Marine Beney lagen schon schnell 3-0 vorn, so dass man Angst um die Deutschen haben musste. Doch nach dem klaren Vorsprung hatten sich die Deutschen gefangen und versuchten ihrerseits die Franzosen unter Druck zu setzen. Es entwickelte sich ein munteres Spielchen, doch Novelli hatte immer noch einen besseren Aufschlag, der letztendlich den 1. Satz entschied. Im 2. Satz schien Marine Beney völlig von der Rolle zu sein. Sehr unsicher machte sie einen Fehler nach dem anderen. Da hatten Schäffer und Fleckenstein sofort erkannt und richteten ihre Spielweise voll auf die Französin aus. Insbesondere Verena Fleckenstein entwickelte sich zum stabilen Faktor im Duo. Ihre Aufschläge kamen jetzt immer besser und weg war die Angst vor dem Netz. Nur Novelli allein stemmte sich gegen das deutsche Mixed. Es half nichts, der 2. Satz war verloren und wieder Champions Tiebreak. Die Deutschen hatten ja schon Übung. Gestern noch sehr glücklich, entschieden sie heute sehr souverän den entscheidenden Satz. Klar, dass nach Spiel/Satz und Sieg bei Marine Beney einige Tränen flossen.
Gegner im Halbfinale morgen sind die Taiwanesen Chun-Wei Wang und Chiu-Mei Ho. Ob es wieder ein Champion Tiebreak richten muss?
Verena Fleckenstein heute ganz glücklich
Urs Breitenberger/Heike Albrecht (1) (GER) vs. Jack Clifton/Bethany Brookes (GBR) 6 - 3, 6 - 2
Nach Schäffer und Fleckenstein gelangten auch Heike Albrecht und Mixed Partner Urs Breitenberger das Halbfinale der Weltmeisterschaften in Nottingham. Allerdings war ihr Spiel viel klarer, als das des anderen deutschen Mixed. Von Anfang an machten die Deaflympicsieger Druck auf die jungen Engländer. Gleich im 2. Spiel nahmen sie ihnen den Aufschlag ab und holten sich sehr souverän den 1. Satz. Albrecht und Breitenberger zeigten ein viel variantenreicheres Spiel. Während der Ballwechsel wechselten sie häufig schnell die Seite, um mit Netzattacken lange Ballwechsel zu vermeiden. Die beiden Engländer wussten sich dabei nicht zu helfen, wie sie dem druckvollen Spiel der Deutschen Paroli bieten konnten. So wie der 1. Satz, ging auch der 2. Satz klar an Heike und Urs.
Allerdings treffen sie im Halbfinale auf einen ganz dicken Brocken, das amerikanische Geschwisterpaar Emely und Daniel Hangstefer.
Urs und Heike, ein starkes Duo
Die Weltmeisterschaften entwickeln sich zu einem Deutsch/Amerikanischen Duell, denn zu den Begegnungen im Damen-Einzel, im Mixed kommt dann auch noch das Damen-Doppel. Bisher steht es 1:1, denn die Amerikaner warfen das deutsche Herrendoppel Breitenberger/Tödter raus, andererseits zog das amerikanische Mixed Kirk/Wu gegen die Deutschen Fleckenstein /Schäffer den Kürzeren. Wir sind gespannt wie es weiter geht. Der Gewinner darf dann von Medaillen träumen.
Youth Wettbewerb
Gleich bei der 1. Weltmeisterschaft wird in dessen Rahmen auch ein Youth Wettbewerb ausgetragen. Aus Deutschland ist Johannes Behr dabei, der heute seine ersten 2 Spiele hatte und erfolgreich abschnitt.
Johannes Behr (GER) vs. Sergey Likharev (RUS) 8 - 6 (langer Satz)
Auf Court 9 musste Johannes Behr sein 1. Einzel gegen den jungen Russen Sergey Likharev bestreiten. Ein Court auf dem die Windverhältnisse besonders extrem sind. Nach den vom ICSD vorgegebenen Regeln werden im Youth Wettbewerb keine 2 Sätze gespielt, sondern ein langer Satz muss das Match entscheiden.
Likharev kam mit dem Wind besser zurecht, oder Johannes Behr war nervös und fand nicht so richtig ins Spiel. Die Aufschläge kamen nicht so, die langen Bälle gingen öfters mal über die Grundlinie hinaus. Der Russe führte schon mit 5-3, ehe Behr endlich die richtigen Schläge fand. Spiel um Spiel holte er auf und gewann dann doch, sichtlich selbst überrascht, das Match.
Johannes Behr heute 2mal erfolgreich
Johannes Behr (GER) / Rotem Ashkenazy (ISR) vs. Esah Hayat / Phoebe Suthers (GBR) 8 -6 (langer Satz)
Auch im 2. Spiel konnte das deutsch/israelische Duo nach Rückstand das Spiel noch drehen. Also ein guter Auftakt für Johannes Behr.
v. r. Johannes Behr, Rotem Ashkenazy, Phoebe Suthers und Esah Hayat
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