3. Gehörlosen Futsal Weltmeisterschaft in Bangkok/Thailand
Text: Reinhard Brandt, Fotos: (Copyright 2015worlddeaffutsal)
Datum: 27. November 2015
Bronze für Deutschland!
Weltmeister sind sie nicht geworden, aber der deutliche 4:0 Sieg gegen Italien im Spiel um Bronze bildet für die deutsche Frauen-Futsalnationalmannschaft der Gehörlosen einen versöhnlichen Abschluss der WM in Bangkok. Immerhin setzt sich damit eine bemerkenswerte Serie fort: Seit 2002 nahmen die Futsalfrauen des DGS an vier Europa- und drei Weltmeisterschaften teil und erreichten jedes Mal eine Platzierung auf den Medaillenrängen. Fatma Alkan war als „Frau der ersten Stunde“ seit der EM 2002 im Kader der Nationalmannschaft. Auch sie, die ihre internationale Laufbahn nach dieser WM beendet, kann mit der Bronzemedaille zum Abschluss zufrieden sein, auch wenn sie natürlich lieber Weltmeisterin geworden wäre.
Die deutsche Mannschaft vor dem Spiel um Bronze (Copyright 2015worlddeaffutsal)
Halbfinale: Russland – Deutschland 6:0
Beide Mannschaften standen im Vorjahr noch im EM-Finale, in dem die deutschen Frauen nach einer 1:0 Führung knapp mit 1:3 in der Verlängerung verloren hatten. In Bangkok ergab sich aus deutscher Sicht leider eine viel einseitigere Partie. Von Anfang an zogen die Russinnen ihr gefürchtetes Kombinationsspiel auf und gingen bereits früh durch einen Doppelschlag von Veronika Nazina in der 5. Minute mit 2:0 in Führung. Die Futsalfrauen des DGS hatten insgesamt nicht ihren besten Tag. Zu wenig Laufarbeit, die Räume nicht eng genug gemacht, zu zaghaft in den Zweikämpfen, zu viel Respekt vor dem Gegner. Folgerichtig gingen die Russinnen schon bis zur Halbzeit mit 4:0 in Führung. Zusätzliches Handicap für Deutschland: Routinier Fatma Alkan erhielt kurz vor Ende der ersten Spielhälfte die gelb-rote Karte, für sie war das WM-Turnier damit bereits beendet.
In der zweiten Halbzeit konnte Deutschland das Spiel ein wenig offener gestalten und kam auch zu Chancen, die jedoch aufgrund mangelnder Kaltschnäuzigkeit nicht genutzt wurden. Die russischen Futsalfrauen machten dann in der Schlussphase endgültig den Sack zu: Zwei Treffer von Irina Degtyareva sorgten für den 6:0 Endstand. Russland zog ins Finale, Deutschland ins Spiel um Platz drei gegen Italien ein.
Spiel um Platz drei: Deutschland – Italien 4:0
Lautstark angefeuert vor allem von Fatma Alkan, die gelb-rot gesperrt ausgerechnet im letzten internationalen Spiel ihrer Laufbahn zum Zuschauen verdammt war, gingen die deutschen Frauen das „Unternehmen Bronzemedaille“ von Beginn an hoch konzentriert an. Der Plan war bei ruhigem Spielaufbau „Nadelstiche“ zu setzen und der ging auf. Treffer Nummer 1 fiel bereits in der 5. Minute, als Laura Möller einen nach Foul an Anja Schorer gegebenen 6 Meter sicher verwandelte. Dies blieb in der ansonsten fahrig verlaufenden 1. Halbzeit der einzige Treffer. In Halbzeit 2 setzten sich die Deutschen vor allem aufgrund ihrer besseren Kondition durch. Anja Schorer gelang dabei ein lupenreiner Hattrick und damit trug sie entscheidend zum Gewinn der Bronzemedaille bei.
Matchwinnerin Anja Schorer setzt sich im Dribbling durch (Copyright 2015worlddeaffutsal)
Abschließend bleibt festzuhalten, dass die DGS-Futsalfrauen bei der WM in Bangkok im Rahmen ihrer Möglichkeiten das Optimale herausgeholt haben. Die beiden deutlichen Niederlagen in der Gruppenphase gegen Brasilien und im Halbfinale gegen Russland haben gezeigt, dass diese Länder zurzeit auf einem höheren Niveau spielen und zu Recht das morgen stattfindende Finale bestreiten.
Die Bronzemedaille für Deutschland kann als durchaus zufriedenstellend bezeichnet werden. Die DGS-Futsalnationalmannschaft hat bewiesen, dass ihre Nominierung für die WM in Übersee gerechtfertigt war und kann am Sonntag hoch erhobenen Hauptes den Heimflug nach Deutschland antreten!
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