Verbandstag des DGS 2018
Text: Anne Köster, Fotos: Pit Schöler
Datum: 13. November 2018
Hamburg – 09. und 10. November
Im 25. Jubiläumsjahr des Gehörlosen-Sportverbandes Hamburg – GSH – trafen die Vertreter der Landessportverbände und Sportfachsparten, das Präsidium und Ehrenmitglieder zur jährlichen Vollversammlung des Deutschen Gehörlosen-Sportverbandes in der Hansestadt zusammen.
Der Verbandstag bzw. der damit verbundenen Workshop hatte einen besonderen Leitgedanken – Veränderungen! Denn sämtlichen Themen voran standen die geplanten Strukturanpassungen innerhalb des deutschen Gehörlosensports. Hier war die aktive Mitarbeit aller gefragt, damit gemeinsam ein nachhaltiges, umsetzbares und sinnvolles Konzept in Sinne der Sportler*innen und der leistungssportlichen Arbeit im Verband festgeschrieben werden kann, das die Zustimmung aller findet.
Workshop – Strukturen im DGS
Eine Ausarbeitung des Konzeptes in seinen Grundsätzen wurde in einem Intensivworkshop vom sogenannten „Dreigestirn des Leistungssports im DGS“ – Vizepräsident Steffen Rosewig, Sportdirektor Stefan Lamertz und Leistungssportreferent Tobias Hillebrand – vorgestellt. Inhaltlich geht es bei der Neuausrichtung vor allem um sinnvolle Kaderstrukturen, gezielte Förderung sowie Nutzung und Entwicklung vorhandener Ressourcen. Ein Konzept ganz in Anlehnung an die Änderungen, die allgemein im deutschen Sport notwendig werden, um konkurrenz- und förderfähig zu bleiben, ohne die besonderen Anforderung, denen der Gehörlosensport gerecht werden muss, aus den Augen zu verlieren – ein Balanceakt, der viel Austausch und Fachwissen erfordert. Nach Vorstellung des Konzeptes ergab sich auch gleich ein lebhafter Dialog zu Fragen der Machbarkeit und Umsetzungswegen. Die vom SSA geplanten Arbeitsgruppen zu unterschiedlichen Themenschwerpunkten mussten zeitlich begrenzt werden und die Bearbeitung zu den Einzelbereichen wurde in gestraffter Form behandelt und vorgestellt.
DGS-Workshop
In jedem Fall ist ein erster, sehr wichtiger Schritt im allgemeinen Konsens gemacht worden, das Leistungssportpersonal des Verbandes geht mit dem Auftrag einer Feinjustierung und Weiterentwicklung des Konzeptes unter Berücksichtigung der bereits gesammelten Anregungen wieder an die Arbeit. Die Sparten und Landesverbände nehmen ihrerseits die Aufgabe mit ins Ehrenamt, orientiert am leistungssportlichen Erfolg, Prozesse zu straffen und gezielt zu planen.
DGS Verbandstag 2018
Um Viertel vor acht wurde der VBT2018 Hamburg offiziell vom Vorsitzenden des GSH, Matthias Falkenreich, eröffnet. Nach Feststellung der Stimmberechtigung und Entscheidung über die Tagesordnung stand die Bestätigung der neugewählten Spartenleitungen auf dem Plan.
Delegierte beim Verbandstag
Für fünfzehn der neu Gewählten gab es die einstimmige Zustimmung des VBT2018 Hamburg, bei zwei Sparten, Wasserball und Schwimmen, steht die Wahl noch aus. Für Handball und Kampfsport wird vom Präsidium ein Beauftragter berufen. Die Forderung nach einer außerordentlichen Spartentagung ergab sich bei Badminton und Basketball, die noch kein neues Team aufstellen konnten. Strittig war die Wahl in der größten Sparte des DGS, im Fußball. Hier wurde die Wahl nach Stellungnahme der Betroffenen durch Entscheidung der Vertreter der Landessportverbände annulliert und wird bei einer außerordentlichen Tagung wiederholt.
Die Bestätigung des Protokolls vom VBT2017 Nürnberg ging ohne Gegenstimme über die Bühne und es folgten die Tätigkeitsberichte der Vorstands- bzw. Präsidiumsmitglieder.
Präsident Hensen gab einen Überblick über Termine und deren Ergebnis in seiner Funktion als höchster Vertreter des Verbandes gegenüber dem internationalen Gehörlosensport, Kostenträgern des DGS sowie Förderern und über seine Mitarbeit im ICSD Reformausschuss.
Vizepräsident Steffen Rosewig musste zu diversen Fragen und Anregungen sowie Kritik Stellung nehmen und wies darauf hin, dass nicht jede im SSA getroffenen Entscheidung gerecht erscheint, aber gerade in diesem Gremium auch unliebsame Entscheidungen getroffen werden müssen.
Der Vertreter den dgsj, Ricardo Scheuerer, konnte einen zufriedenstellenden Bericht über die rege Tätigkeit in der Sportjugend geben. Die Arbeit der Deutschen Gehörlosen-Sportjugend gestaltet sich lebendig, es gibt eine durchweg positive Bilanz zur Entwicklung in der Jugendorganisation im Verband. Vizepräsidentin für Sportentwicklung, Kathrin Boettcher berichtete über ihre erst kurze kommissarische Tätigkeit. Für 2019 hat sie derzeit noch keine Planungssicherheit, da der Haushalt dafür noch nicht steht. Generalsekretärin Diana Aleksic konnte den Termin für den VBT2018 Hamburg nicht wahrnehmen und hatte ihren Tätigkeitsbericht bereits im Vorfeld an alle geschickt.
Schatzmeister Dietmar Hofmann feierte am 10. November seinen Geburtstag und hatte André Brändel den Finanzbericht übertragen. Der fiel nicht so zufriedenstellend aus wie gewünscht. Durch eine teilweise unzureichende oder gar nicht erfolgte Umsetzung der Jahresplanung konnten die Mittel des BMI nicht sinnvoll ausgeschöpft werden. Das Fehlen eines Vizepräsidenten für Sponsoring machte sich ebenfalls bemerkbar, die sonst vorwiegend positive Bilanz, vor allem im Deaflympicsjahr, wies im Sponsorentopf ein Minus aus.
Dem Vorstand sowie Ricardo Scheuerers wurde das Vertrauen ausgesprochen, lediglich Generalsekretärin Diana Aleksic wurde nicht mehrheitlich entlastet und der Verbandstag bat um Intervention durch den Vorstand. Die beiden kommissarischen Vizepräsidenten Kathrin Boettcher und Jan Eichler wurden per Akklamation im Amt bestätigt und so ist der Vorstand des Deutschen Gehörlosen-Sportverbandes offiziell in allen Bereichen handlungsfähig, eine erfreuliche Entwicklung.
Zwei der wichtigsten Anträge auf der Tagesordnung waren die Satzungsänderung und die Neufassung der Beitragsordnung. Laut Beschluss des VBT2018 Hamburg wird erneut ein Satzungsausschuss gebildet, der die bestehende inhaltlich im Detail überarbeitet und auf solide Füße gestellt. Ebenso wird die Neufassung der Beitragsordnung um ein Jahr verschoben, da einige der Landesverbände ihren Haushalt bereits aufgestellt haben, grundsätzlich signalisierten die Verbände jedoch Zustimmung.
Sicher einer der interessantesten Beiträge in Hamburg war der Vortrag von Steffen Kern und Petra Brandt zur Rolle der Legende Heinrich Siepmann im Dritten Reich, Vater des Leitspruchs im DGS „Trotzdem, ich kann, ich will“ und der Siepmann Sportplakette als höchste Auszeichnung im deutschen Gehörlosensport. Man war sich einig, dass im DGS unter deren Leitung ein Ausschuss zur Vergangenheitsbewältigung ins Leben gerufen werden soll.
Unter dem Punkt Verschiedenes wurden wichtige Themen wie Datenschutz, Startberechtigungen, neue Sportarten wie Segeln oder das sportartübergreifende Austragen von Deutschen Meisterschaften angesprochen.
Die Delegierten gingen nach einer erschöpfenden und langen Vollversammlung und mit neuen Anregungen und Aufgaben auseinander, insgesamt war die Resonanz positiv und es herrscht eine gesunde Aufbruchstimmung im Verband.
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