Badminton Weltmeisterschaft in Pará de Minas/BRA
Text: Katja Kluttig/Foto: Fam. Rosendahl
Datum: 03. August 2023
Badminton Weltmeisterschaft in Pará de Minas/BRA
Die Nachwirkungen der COVID-19 Pandemie haben seit 2020 im Gehörlosensport zu einem Rückstau im vierjährlichen Veranstaltungszyklus geführt. Eine der Folgen davon ist, dass das Jahresbudget 2023 des Deutschen Gehörlosen-Sportverbandes nicht für die Entsendung von Athlet*innen zu allen Welt- und Europameisterschaften ausreicht.
Dieser Umstand betrifft unter anderem die Sparte Badminton, so dass die Teilnahme an der Badminton-Weltmeisterschaft in Pará de Minas/BRA für Spitzenspielerin Finja Rosendahl in Frage gestellt war. Durch die großzügige Unterstützung des Landesverbandes NRW sowie von Sponsoren, Familie und Spendern konnten aber ausreichend Mittel gesammelt werden, um sie mit Begleitung trotzdem zu entsenden.
Da die Entscheidung für die Teilnahme aufgrund der unsicheren finanziellen Bedingungen relativ spät fiel, blieb Finja Rosendahl wenig Zeit, sich optimal vorzubereiten. Kurzfristig konnte ihr Heimtrainer, Thies Wiediger, es einrichten, sie nach Brasilien zu begleiten, so wie Finjas Mutter, Petra Rosendahl.
Die Weltmeisterschaften liefen bei ihrer Ankunft bereits seit einer Woche, aber da die deutsche Spielerin nur im Einzel antrat, war sie noch rechtzeitig vor Ort. Mit wenigen Tagen Akklimatisierungszeit traf das kleine deutsche Team am 16. Juli 2023 nach einer strapaziösen Anreise in Pará de Minas ein.
Für Finja Rosendahl bedeutete das suboptimale Bedingungen, nicht zuletzt, weil sie im Gegensatz zu den Konkurrentinnen, von denen viele bereits im Doppel gespielt hatten, nicht die Zeit gehabt hatte, sich an die Halle und die kurzfristig neu eingeführten Bälle zu gewöhnen.
Mit nur drei Trainingseinheiten Vorbereitung traf Rosendahl am 19.07.2023 schon in ihrem ersten Match in der Gruppenphase auf eine der überlegenen Spielerinnen aus Taiwan, Chiao-Yu Chiang.
Trainer Thies Wiediger hatte vor dem Wettkampf Anweisung gegeben, selbst anzugreifen und viel runter zu spielen, da die Bälle unerwartet schnell und die Gegnerin unbekannt war. Denn leider gab es vor dem Wettkampf keine Gelegenheit, die Spielerin aus Taiwan zu studieren.
Chiang erwies sich in allen Bereichen als zu stark, so dass Finja Rosendahl mit 13-21, 10-21 unterlag.
Das zweite Gruppenspiel bestritt Rosendahl gegen die Ukrainerin Marharyta Pylypchuk. In diesem ausgeglicheneren Match hielt die Deutsche gut mit, konnte ihr Potential aber nicht voll ausschöpfen. Es gelang ihr nur zum Teil die Taktik umzusetzen und geduldig zu spielen. Rosendahl unterlag der Ukrainerin mit 17-21, 17-21 und schied damit in der Gruppenphase aus dem Wettkampf aus.
“Im ersten Satz lag ich zur Halbzeit 11-7 zurück, ich musste noch ins Spiel kommen und nach der Halbzeit kam ich besser in mein Spiel habe dann am Ende knapp zu 17 verloren.
Im zweiten Satz lag ich zur Halbzeit 11-8 vorne, habe dann aber leider ein paar Bälle ins Aus gespielt und habe wieder knapp zu 17 verloren. Ich habe gekämpft und war sehr traurig, dass ich das Spiel am Ende verloren habe, da ein Sieg möglich gewesen wäre."
Sie war sehr enttäuscht, aber mit vielen neuen Eindrücken und Erfahrungen konnte Finja Rosendahl die weiteren Wettkämpfe nur als Zuschauerin erleben. In ihren eigenen Worten:
„Ich hatte Schwierigkeiten mich an die Halle und die Bälle zu gewöhnen. Meine erste Gegnerin aus Taiwan war wie erwartet sehr stark. Mein zweites Spiel gegen die Ukraine habe ich leider knapp verloren. Das Turnier war leider vorbei für mich, darüber bin ich sehr traurig, da ich mir ein höheres Ziel gesetzt habe.“
Trainer Thies Wiediger lobte die Organisation, hätte es aber begrüßt, wenn es mit Doppel/Mixed-Partner*innen für Finja Rosendahl weitere Wettkampfchancen gegeben hätte. Der Umstand, dass sie als „Einzelkämpferin“ antrat, setzte sie zusätzlich unter Druck.
Zum Abschluss noch ein paar Dankesworte von Finja:
„Vielen Dank für die Unterstützung. Auch wenn der Erfolg nicht so war, wie ich mir das vorgenommen habe, bin ich dankbar für die vielen tollen neuen Erfahrungen, die ich sammeln durfte. Ohne die Hilfe meiner Sponsoren und Unterstützer, Gehörlosen-Sportverband NRW, Heinz Kettler Stiftung, Club der Deutschen Meister, DGSV, GSV Düsseldorf, Gladbecker FC, Stiftung Deutsche Sporthilfe, Sportstiftung NRW, meines Trainers und meiner Eltern wäre dies nicht möglich gewesen.“
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