Dresse und Maere Cup 2011
Bericht Johannes Bildhauer, Anne Köster, Fotos: Johannes Bildhauer
Datum: 21. Juni 2011
Dresse & Maere Tennis Cup 2011
World Deaf Tennis Team-Championships 2011
vom 18. – 25. Juni 2011 in Izmir/Türkei
Deutschlands Damen stehen im Halbfinale
Deutschlands zweitstärkste Spielerin Verena Fleckenstein fand in der jungen Türkin Nurdan Demirkan keine echte Herausfordererin. Vom Trainer war sie darauf eingestellt, sich konzentriert auf das kommende und entscheidende Halbfinale einzuspielen. Sie bewies sehr gute Form und machte trotz leichter Fehler meistens schnelle und direkte Punkte. Ihre Gegnerin hielt sich tapfer, musste aber den 6:0, 6:0 Sieg nach nur 38 Minuten verdient der Deutschen überlassen. Fleckenstein nach dem Spiel: „Ich bin zufrieden, habe so gespielt als stünde ich schon im Halbfinale, morgen werden wir sehen, wer unsere Gegnerinnen sein werden“.
Bei inzwischen 32 Grad fand die Begegnung von Heike Albrecht im letzten Gruppenmatch gegen Asuman Saki statt. Auch Albrecht hatte die Anweisung, das Spiel zum Einspiel auf das Halbfinale zu nutzen. Wieder machte die junge Deutsche mit ihrer Gegnerin kurzen Prozess, nach 14 Minuten war der erste Satz mit 6:0 bereits entschieden. Auch im zweiten Satz kamen kaum längere Ballwechsel zustande, Albrecht gab lediglich ein Spiel ab und dominierte das Spiel durchgehend. Trainer Vonthein war trotz der unterlegenen Gegnerin mit Albrechts Spiel sehr zufrieden, Albrecht selber sagte nach der Begegnung: „Ich habe meine Rückhand gegenüber gestern weiter gesteigert und bin für das Halbfinale absolut zuversichtlich.“
Entsprechend der Einzel gestaltete sich auch das Doppel ohne nennenswerte Höhepunkte, bei inzwischen 34 Grad auf dem Court. Mit voller Konzentration und als ginge es bereits um den Titel, glänzten beide Spielerinnen mit einem sehr guten Aufschlagspiel, mit zahlreichen Volleys und erfolgreichen Returns holten sie die Big Points. Nach 35 Minuten machten sie den Sack mit 6:0, 6:0 zu und stehen am Donnerstag im Halbfinale. „Beide haben exakt nach Anweisung gespielt, perfekt“, kommentiert Trainer Vonthein.
Morgen haben die Damen ihren Ruhetag, während sich zwischen Spanien und Taiwan entscheidet, wer der Gegner im Halbfinale sein wird, vierte Mannschaft im Halbfinale ist in jedem Fall Großbritannien. Albrecht/Fleckenstein, die nicht nur in Taipeh bei den 21. Sommer Deaflympics den Titel im Damen Doppel holten, sondern auch amtierende Europameisterinnen sind, vereinen mit Albrechts Power und Fleckensteins Köpfchen in nahezu unschlagbarerer und kämpferischer Manier das, was ein Gewinnerteam braucht. So sind die beiden Deutschen nicht nur als Maere Cup Vizemeisterinnen 2007 in diesem Turnier die große Medaillenhoffnung für Deutschland.
Weitere Ergebnisse der Damen:
Großbritannien – Japan 2:1
Nur noch ein Sieg gegen die Türkei trennt die Herren vom Einzug ins Halbfinale - Taiwan unterliegt mit 0:3
Mit der Anweisung, konzentriert ins Spiel zugehen, wurde Sebastian Schäffer um 9 Uhr auf den Cour geschickt, um den Taiwaner Lin Chu-Jan zu schlagen. Anfänglich mit schwacher Vorhand ohne direkte Punkte zu holen, fing sich der Deutsche nach kurzer Zeit und setzte den Gegner mit unerreichbaren Bällen ins scharfe Eck und 6:0, 6:0 schachmatt. Das hohe Spiel von Chu-Jan sollte ihm mehr Zeit verschaffen, diese Absicht wurde von Schäffer mit schnellem Konterspiel durchkreuzt. Trainer Krieg war begeistert von den gekonnten und überlegenen Schlägen Schäffers.
Urs Breitenberger, Deutschlands Nummer Eins auf den türkischen Court, schlug sich im ersten Satz gegen Chin Wu-Lung mit einem rutschigen Griffband herum und musste das erste Spiel abgeben. Mit neuem Band und vollkommen verändert ging er ins zweite Spiel und ließ dem Gegner aus Taiwan mit rasanten Volley-Stopps nicht mehr den Hauch einer Chance und fegte ihn mit 6:1, 6:0 schlicht vom Platz.
Hoch motiviert und wieder mit schnellem Volleyspiel stiegen die beiden Deutschen dann auch ins Doppel ein. Auch hier hatten Wu-Lung/Chun-Jan keine Chance, das 6:0, 6:0 Ergebnis stand nach 30 Minuten fest.Trainer Krieg ist zufrieden, aber: „Sebastian muss Aufschlag und Volley ernster nehmen, es kommen noch ganz andere Gegner auf uns zu.“ Die Spieler selber hatten viel Spaß an dem schnellen Spiel.
Auf dem Weg ins Halbfinale fehlt nur noch der morgige Sieg über die Türkei. Urs Breitenberger und Sebastian Schäffer hatten ihren ersten erfolgreichen gemeinsamen Auftritt auf den internationalen Tennisparkett vergangenes Jahr bei den Deaf Open in Las Vegas und erreichten Platz 3 im Doppel. Beim diesjährigen Mannschaftsturnier in Izmir haben auch sie die in sie gesetzte Hoffnung bislang vollauf bestätigt, ohne Spielverlust haben sie bereits vier Gegnern eine Niederlage beschert. Es besteht große Hoffnung, dass sich Breitenberger als variantenreicher Spieler und der technisch versierte Schäffer in einem Gesamtteilnehmerfeld von 12 Mannschaften auf jeden Fall unter den ersten Drei behaupten werden.
Weitere Ergebnisse der Herren:
Türkei – Großbritannien 0:3
Japan – Griechenland 2:1
Österreich – Russland 3:0
China – Frankreich 0:3
Australien – Slowenien 2:1
neuerer Bericht
älterer Bericht
Weitere Informationen auf diese Seiten:
förderer
partner
unterstützer
medienpartner