7. Fußball Europameisterschaft der Gehörlosen 2011
Text: Sabine Grajewski, Fotos:Peter Fiebiger
Datum: 06. Juli 2011
7. Fußball Europameisterschaft der Gehörlosen 2011
vom 27.Juni – 09. Juli 2011 in Odense/Dänemark
Ex-Bundesligaspieler Stefan Markolf schießt Deutschland ins Halbfinale - Türkei – Deutschland 0:1
Ein Nerven aufreibendes Spiel liegt hinter dem Deutschen Team, das verdient mit einem Sieg und dem Einzug ins Halbfinale endete. S. Markolf, früherer Spieler bei Mainz 05, erzielte in der 14. Min. das einzige Tor des Spiels, das zum Sieg führte. Trainer Frank Zürn, der heute auf vier Spieler verzichten musste (Heckenberger, Jagla, Trappe, Berg) wählte die richtige Aufstellung und Taktik, für das schwere Viertelfinale gegen die Türkei.
Es war klar, dass die deutschen Spieler den Türken körperlich unterlegen sein würden, aber für das Team, das den besseren Fußball spielt und die bisher beste Abwehr hat, bestand auf jeden Fall die Chance auf einen Sieg. Die Trainer forderten Einsatz bis zur Erschöpfung, von jedem einzelnen Spieler, die alle genau das befolgten.
In den ersten Minuten des Spiels, gingen die Türken sehr druckvoll Richtung deutsches Tor, aber die erste Torchance ergab sich für B. Christ, der von A. Fischer bedient wurde, doch leider knapp verpasste. Bereits die zweite Torchance nutzen die Deutschen durch St. Markolf, der sich gegen den türkischen Torwart und einen Gegenspieler durchsetzte und den Ball mit ganzem Körpereinsatz zum 1:0 verwandelte. Die Deutschen spielten weiterhin sehr diszipliniert, obwohl einige Spieler sehr aufgeregt waren und phasenweise auf dem Platz unnötig für Unruhe sorgten. Zwischen der 19. und 25. Min. ergaben sich weitere Torchancen, die aber weder Edris durch Freistoß, noch Peters und Christ nutzten. Im Angriff hatten es die Spieler gegen die groß gewachsenen Türken sehr schwer, gaben aber niemals auf.
Im Tor strahlte Ch. Bölker eine souveräne Ruhe aus, verhinderte zwei Chancen der Türken und war nicht zu bezwingen, genau wie die vor ihm agierende Viererkette und die mit Saighani und Friedrich besetzte Mitte. Kurzer Schock für die Deutschen in der 39. Min. F. Kieffer prall unglücklich mit einem Gegenspieler zusammen, konnte jedoch noch weiter spielen. Mit dieser knappen Führung ging es in die Halbzeitpause, in der Zürn die Anweisung gab, jetzt etwas ruhiger zu spielen, die Türken weiter laufen zu lassen und auf Konter spielen.
Die Türken machten von der 46. Minute an permanenten Druck auf das deutsche Tor, die Torchancen häuften sich im Sekundentakt und Deutschland hatte viel Glück, aber auch einen guten Torwart. In dieser Phase zeigte der englische, gehörlose Schiedsrichter dreimal Gelb für Deutschland. F. Kieffer musste in der 60. Min. verletzt aufgeben und mit J. Bangert kam ein frischer Spieler ins Team. Obwohl der Ball immer wieder in die Spitze gespielt wurde, ergab sich für die deutschen Spieler kaum eine Torchance, weil die Türken verbissen um jeden Ball kämpften. Konterchancen ergaben sich, wurden aber nicht konsequent zu Ende gespielt. A. Peters, der bis zur Erschöpfung wie ein Hase über den Platz rannte, holte in der 80. Min. einen Elfmeter raus und die deutsche Bank hoffte, die letzten Minuten des Spiels ruhiger zu verbringen. E. Saighani, der sich den Ball nahm, verschoss den Elfer jedoch und das Zittern ging weiter. A. Fischer wurde in der 86. Min. unglücklich angeschossen, der Schiri zeigte sofort auf den Elfmeterpunkt und die Türken jubelten. Ersatztorwart T. Hafner zeigte Chr. Bölker von der Bank aus die Seite, auf die die Türken vermeintlich schießen würden und so war es auch. Bölker hielt den Strafstoß. Der Fußballgott war heute Deutscher.Unendlich lange Minuten folgten, bis das Spiel in der 96. Min. endlich abgepfiffen wurde.
Starkes Abwehrspiel, Laufen bis zur Erschöpfung, Teamgeist und Biss, führten zum Erfolg für die Deutschen. Einziger Wehrmutstropfen sind die fünf gelben Karten.
Im Halbfinale trifft Deutschland jetzt am 07.07. um 19:00 Uhr im Naesby Stadion auf Russland. Hier haben die Deutschen noch eine Rechnung offen, denn sie verloren das Halbfinale der Deaflympics 2009 in Taipeh gegen Russland.
Tore: 1:0 St. Markolf
Gelbe Karte: E. Saighani, F. Kieffer, S. Friedrich, D. Jukovskiy, A. Peters
Startelf:
Christian Bölker, Alexander Peters (88. Kevin Bayer), Benjamin Christ (90. Boris Bovermann), Denis Jukovskiy, Fillip Kieffer (62. Jens Bangert), Sven Friedrich, Andreas Fischer, Edris Saighani, Benjamin Schweda, Stefan Markolf, Marc Christ
Trainer: Werner von der Ruhren, Frank Zürn
Mannschaftsbetreuung, Guido Zimmermann,Susanne Malzkorn (Physio)
Halbfinale:
07.07. – 19:00 Uhr GER-RUS, 16:00 Uhr UKR-GBR
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