7. Fußball Europameisterschaft der Gehörlosen 2011
Text: Sabine Grajewski, Fotos: Peter Fiebiger
Datum: 08. Juli 2011
7. Fußball Europameisterschaft der Gehörlosen 2011
vom 27.Juni – 09. Juli 2011 in Odense/Dänemark
Deutschland scheitert in einem temporeichen Halbfinale in der Verlängerung wieder an Russland (0:1
Erneut musste Trainer Zürn das Team umstellen, da fünf Spieler mit Gelb vorbelastet waren. Die im Viertelfinale nicht eingesetzten Daniel Jagla und Fabian Trappe bekamen wieder ihre Chance und auch Tobias Berg, ab der 8. Minute aufgrund der Verletzung von Edris Saighani. Diese Drei machten nach den ersten 10 druckvollen Minuten der Russen ihrerseits Druck auf das russische Tor, wobei Trappe sehr unglücklich agiert und mehrere Torchancen nicht nutzen konnte. Torspieler Bölker wurde von den Russen auch immer wieder herausgefordert, konnte seinen Kasten aber sauber halten.
In der Halbzeitpause forderte Zürn von seinem Team mehr Biss und cleveres Spiel, besonders der beiden Spitzen. Dass die Russen einen technisch guten Fußball spielen war bekannt und darauf war das Team auch eingestellt, es fehlte lediglich das Tor.
Mit breiter Brust, sehr selbstbewusst stiegen die Deutschen in die zweite Halbzeit ein und erarbeiteten sich viele Torchancen. Besonders Stefan Markolf, der sein bestes Spiel der EM ablieferte, setzte seine Mitspieler immer wieder in Szene, leider ohne Erfolg. In der 48. Min spielte Markolf einen Traumpass auf Berg, der den Ball annahm, sofort aufs russische Tor zustürmte, ein wenig zu weit nach links abgedrängt wurde, so dass der Abschluss knapp am Tor vorbei ging. Nur zwei Minuten später traf Berg die Latte. Den Konter der Russen wehrte Bölker souverän ab. Die Abwehr stand wie immer gut und ließ nichts anbrennen. Es war auch der deutsche Torwart, der die nächste Chance durch einen weiten Abschlag auf Trappe einleitete, der direkt zu Jagla passte, der seine erste Torchance aber nicht nutzte.
Beide Teams schenkten sich nichts, hielten das Tempo immens hoch und kämpften um jeden Ball. Ab der 75. Min. wollten die Russen das Tempo rausnehmen, doch die Deutschen ließen sich darauf nicht ein. Andreas Fischer eroberte in der Abwehr den Ball, spielte auf Berg, der direkt in den Lauf von Trappe, aber dieser konnte sich im Zweikampf wieder nicht durchsetzen und die Chance war vertan.
So ging es in der Verlängerung sofort weiter. In de 94. Min. pfiff der Schiedsrichter Freistoß für Russland aus ungefähr 30 m. Die Deutschen stellten nur eine Zweiermauer, der russische Spieler zog voll ab flach aufs Tor, der Ball wurde abgefälscht, so dass Bölker keine Chance blieb. Nur Sekunden später hatte der gerade eingewechselte Alexander Peters den Ausgleich auf dem Kopf und verpasste das Tor nur ganz knapp. Seine zweite Chance bekam er in der 108. Min, nach Vorlage von Jagla, traf das Tor aber aus kurzer Distanz nicht. Die Deutschen fanden nach dem Rückstand einfach keine Mittel, um das Spiel noch umzubiegen.
Und wieder konnte die deutsche Abwehr nur durch eine Standardsituation, die zum zweiten Gegentreffer der Deutschen und damit auch zur zweiten Niederlage führte, bezwungen werden.
Trainer Zürn nach dem Match:"Es war ein absolut ausgeglichenes Spiel, aber der Fußballgott war heute nicht Deutscher". Deutschland ist das einzige Team im Halbfinale, das nicht die Trainingsmöglichkeiten und Bedingungen der anderen Halbfinalisten hat. Russland und Großbritannien werden vom Landeseigenen Fußballverband unterstützt und hatten - wie auch die staatlich geförderten Ukrainer - eine sehr lange gemeinsame intensive Vorbereitungsphase direkt vor der EM. Trotzdem schaffen es die Deutschen seit Jahren immer wieder ins Halbfinale und die aus Deutschland sehr zahlreich angereisten Fans, zollten dieser Leistung Respekt.
Gelb: Friedrich,M.Christ
Player of the Game: Denis Jukovskiy
Startelf:
Christian Bölker, Fabian Trappe (83. Alexander Peters), Daniel Jagla, - GTSV Essen), Denis Jukovskiy, Edris Saighani (8. Tobias Berg) (113. Benjamin Christ), Sven Friedrich, Andreas Fischer, Klaus Heckenberger, Benjamin Schweda, Stefan Markolf, Marc Christ
Trainer: Werner von der Ruhren, Frank Zürn
Mannschaftsbetreuung, Guido Zimmermann,Susanne Malzkorn (Physio)
Spiel um Platz 3:
09.07. – 13:00 Uhr GER-GBR
Finale
09.07. – 16:00 Uhr UKR-RUS
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